Hamburg Archives - credativ®

Vergangene Woche fand in den Räumen von Dock Europe/Fux e.V. in Hamburg die Debian Reunion 2022 statt. Die letzte Veranstaltung an diesem Ort liegt schon drei Jahre zurück, dazwischen konnte wegen der Pandemie keine Minidebconf stattfinden, wie die Veranstaltung früher genannt wurde. Für die meisten der etwa 50 Teilnehmer war es die erste größere Veranstaltung seit Langem, wodurch die Erwartungen entsprechend gespannt waren.

Der offizielle Start war schon am Sonntag, für mich begann die Woche am Montag mit der Anreise und einer Kiste Merchandise im Kofferraum. Gegen 19 Uhr war ich dann in Hamburg und konnte den Abend im Hacklab verbringen, mit Leuten reden und einige GPG-Key-Signaturen verteilen.

Am Dienstag begann die Debian-Arbeit schon beim Frühstück, wo wir Verbesserungen an devscripts und uscan diskutiert haben. Der Tag war dann hauptsächlich damit gefüllt, das Debian- und PostgreSQL-Backlog der letzten Wochen abzuarbeiten, wo einige meiner eigenen und Sponsor-Uploads ausstanden. Auch einige ältere Mails aus der Community wurden endlich beantwortet. Jeden Nachmittag um 15 Uhr hatte gregoa ein Standup-Meeting im Hacklab organisiert, wo Neuigkeiten und aktuelle Arbeitspläne der Anwesenden ausgetauscht wurden. Viele Teilnehmer kannte ich bereits, aber bei einigen konnte ich endlich ein Gesicht zum Namen zuordnen. Nebenher habe ich es auch geschafft, im Hof eine kleine Antenne aufzubauen und ein paar Amateurfunkkontakte auf Kurzwelle durchzuführen.

Der Mittwoch verlief ähnlich wie der Dienstag, wobei nach den Trivial-Problemen jetzt auch komplexere Bugs angegangen werden konnten. Bugreports gegen plpgsql_check und postgresql_rum resultierten in neuen Versionen dieser PostgreSQL-Module, die ich dann gleich mit PostgreSQL 15-Unterstützung hochladen konnte. Natureshadow war so nett, mir bei Problemen mit Go-Paketierung zu helfen, so dass ich dort auch einige Module paketieren konnte. Ein Klassiker auf jeder Debconf ist Mao, was an diesem Abend dann in der Küche neben dem Hacklab gespielt wurde.

Am Donnerstag konnte ich dann endlich das Backlog der Mails im Debian Technical Committee nachholen und selbst Beiträge leisten. Auf der PGconf.de in Leipzig vor ein paar Wochen hatten wir über den Umzug der Build-Maschinerie von apt.postgresql.org auf PostgreSQL-eigene Hardware gesprochen, jetzt in Hamburg konnte ich das Thema dann auch inhaltlich anstoßen. Nebenbei war philh bereit, mir meine Fragen zu OpenQA zu beantworten und eine Vorführung zu geben.

Freitag war dann der letzte Hacking-Tag, wo ich weiter an verschiedenen Paketen gearbeitet und weiter Technical Committee-Kommunikation gemacht habe. Fester Bestandteil jeder Debconf ist seit vielen Jahren auch die Cheese and Wine-Party, die an diesem Abend stattfand. Neben viel Käse (und Wein) war viel Raum für Gespräche mit Debian Developern aus anderen Teams zur Meinungsbildung zu aktuellen Themen aus Debian. An diesem Abend habe ich auch highvoltage, den aktuellen Debian Project Leader, kennen gelernt, den ich bisher noch nicht auf Veranstaltungen getroffen hatte.

Das Vortragsprogramm hat dann am Samstag begonnen. Mein Vortrag zu SQLreduce war gegen 16 Uhr dran. Obwohl es ein PostgreSQL-Thema war, das mit Debian wenig zu zu hatte, war er gut besucht und es kamen gute Fragen aus dem Publikum. Nebenher blieb noch Zeit, die Diskussionen vom Vorabend für die anderem Mitglieder des Technical Committee zusammenzufassen.

Für mich war der Sonntag der letzte Konferenztag. Nach den Vorträgen am Vormittag (sehr guter Vortrag des DPL zur Zukunft von Debian mit immer mehr Firmware) stand der Abbau des Hacklab an. Ich habe mich dann gegen 15 Uhr verabschiedet, die meisten der anderen Teilnehmer sind dann noch zum offiziellen Ausflugsprogramm der Reunion gestartet und haben den Hamburger Hafen besucht.

Im Rückblick war es eine vollgepackte Woche mit vielen Kontakten mit alten und neuen Debian-Entwicklern. Auch wenn in Debian sonst alles gut übers Internet funktioniert, sind direkte Kontakte doch unverzichtbar, um näher in Verbindung zu kommen. Die meisten der Teilnehmer der Reunion in Hamburg planen deshalb auch, auf die „große“ Debconf 2022 im Kosovo kommen.