17 Februar 2026

CERN PGDay 2026 – ein außergewöhnliches PostgreSQL-Event

CERN PGDay 2026 fand am Freitag, dem 6. Februar 2026, auf dem CERN-Campus in Genf, Schweiz, statt. Es war der zweite jährliche PostgreSQL Day am CERN, gemeinsam organisiert vom CERN und der Swiss PostgreSQL Users Group. Die Konferenz bot ein Single-Track-Programm mit sieben Sessions (alle auf Englisch), gefolgt von einem Social Event vor Ort zum weiteren Networking in der inspirierenden Umgebung des CERN. Mit rund 100 Teilnehmenden ist dies bereits ein sehr großes PostgreSQL-Event für die Schweiz. Was dieses Event jedoch absolut besonders machte, war sein Veranstaltungsort. Eine Datenbankkonferenz am CERN – einem der führenden Wissenschaftslabore der Welt – auszurichten, bot für alle ein einzigartiges Erlebnis.


Am Tag vor der Konferenz, Donnerstag, dem 5. Februar, lud das CERN die Referentinnen und Referenten sowie die Sponsoren zu einer exklusiven Tour durch mehrere Einrichtungen ein, die seine außergewöhnliche Technologie und Forschung präsentierten. Wir besuchten das CERN Control Centre (die operative Schaltzentrale für den Beschleunigerkomplex des CERN), sahen die Anlage, in der das CERN supraleitende Magnete testet, und erkundeten die „Antimatter Factory“ des CERN. In der Antimatter Factory (dem Antiproton Decelerator) erfuhren wir, wie das CERN Antiprotonen mit niedriger Energie erzeugt und sie mit Positronen bindet, um Antiwasserstoffatome für Antimaterie-Experimente zu erzeugen. Dieser Blick hinter die Kulissen rief allen in Erinnerung, dass wir an einem Ort zusammenkamen, der für Wissenschaft und Engineering auf höchstem Niveau steht.

Ein Blick in Shared Buffers – mein Vortrag

Als einer der Referenten hielt ich einen tiefgehenden technischen Vortrag darüber, wie PostgreSQLs Shared Buffer funktionieren – mit dem Titel „The Alchemy of Shared Buffers: Balancing Concurrency and Performance“. In diesem Vortrag erklärte ich, wie Linux Operationen mit Shared Memory über das tmpfs-Dateisystem als Dateioperationen implementiert und wie PostgreSQL dies nutzt, um seine Shared-Memory-Objekte umzusetzen. Ich analysierte die dreischichtige Architektur der Shared Buffers, den Lebenszyklus einer Seite in den Shared Buffers, was bei Cache Hit und Cache Miss passiert, sowie Buffer Rings, die Bulk Scans oder Vacuum-Operationen isolieren, damit sie nicht das Working Set im Cache verdrängen. Trotz des tiefgehenden Charakters dieses Themas erhielt ich sehr positives Feedback von den Teilnehmenden, was meine bisherige Erfahrung bestätigte, dass PostgreSQL-Konferenzpublikum mehr als nur Einsteiger-Vorträge hören möchte.

Highlights aus dem Konferenzprogramm

  • In „A new PostgreSQL backend for CERN Tape Archive scheduling for LHC Run 4“ stellten Jaroslav Guenther und Konstantina Skovola ihre Arbeit am CERN Tape Archive (CTA) vor, das über ein Exabyte wissenschaftlicher Daten speichert, und zeigten, wie eine PostgreSQL-basierte Scheduler-Datenbank das bestehende, auf Object Stores basierende Transaktionssystem vereinfachen und das erwartete Durchsatzwachstum während des LHC Run 4 unterstützen kann.
  • In „DCS Data Tools – PostgreSQL/TimescaleDB Implementation for ATLAS DCS Time-Series Data“ sprach Dimitrios Matakias darüber, den Zugriff auf über 68 TB an Zeitreihendaten des ATLAS Detector Control System (seit 2007 angesammelt) mit PostgreSQL und TimescaleDB zu modernisieren – einschließlich einer 11×-Reduktion des Speicherbedarfs durch Kompression (von 68 TB auf 6,6 TB).
  • Teresa Lopes teilte in „Operational hazards of managing PostgreSQL DBs over 100TB“ eine Perspektive aus der Praxis und erläuterte, was sich ändert (und was nicht mehr funktioniert), wenn PostgreSQL-Datenbanken 100 TB, 200 TB oder 300 TB erreichen – insbesondere in Bezug auf Backups/Restores, Hochverfügbarkeit, Vacuuming und Performance-Annahmen.
  • Álvaro Hernández’ „The (very practical) Postgres Sharding Landscape“ bot einen pragmatischen Überblick über die heutigen Sharding-Optionen, einschließlich extensionbasierter Ansätze und „nativer“ Techniken, und lieferte funktionierende Beispiele sowie praktische Hinweise zur Auswahl einer Strategie anhand realer Rahmenbedingungen.

Schlussgedanken

CERN PGDay 2026 war ein außergewöhnlich unvergessliches Event. Die Konferenz war perfekt vorbereitet und durchgeführt – vielen Dank an die Organisatorinnen und Organisatoren vom CERN und von SwissPUG für die reibungslose Logistik und die Liebe zum Detail. Der Veranstaltungsort, die CERN Council Chamber, war sehr komfortabel und hervorragend ausgestattet. Umgeben von Exponaten und Erinnerungen an die wissenschaftlichen Errungenschaften des CERN fühlten sich alle von der Umgebung und dem geteilten Wissen inspiriert. Ich freue mich definitiv auf zukünftige Ausgaben des CERN PGDay.


Fotos (c) Josef Machytka und Organisatoren des CERN PGDay
Kategorien: credativ® Inside PostgreSQL® Veranstaltungen
Tags: CERN PGDay PostgreSQL®

JM

über den Autor

Josef Machytka


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