PostgreSQL® Archiv - credativ®

credativ erweitert Angebot:

Seit unserer Gründung im Jahr 1999 haben wir uns bei der credativ GmbH der Idee der freien Software verpflichtet und bieten technische Unterstützung für Open-Source-Software im Enterprise-Einsatz. Nun bündeln wir die langjährige Expertise unseres PostgreSQL® Competence Centers mit STACKIT, dem leistungsstarken Cloud-Provider von Schwarz Digits: Ab sofort bieten wir unsere bewährten PostgreSQL-Dienstleistungen auch maßgeschneidert für STACKIT-Kunden an.

Egal, ob Sie den Umstieg in die Cloud planen oder bereits Instanzen auf der STACKIT-Plattform betreiben – unser Expertenteam unterstützt Sie mit über 25 Jahren PostgreSQL-Erfahrung.

Reibungslose Migration nach PostgreSQL auf STACKIT

Der Wechsel von einem proprietären Datenbank-Management-System (wie Oracle, DB2, Informix oder MS-SQL-Server) zu PostgreSQL erfordert präzise Planung. Unser neuer Service „Migration nach PostgreSQL auf STACKIT“ begleitet Sie bei einer sicheren, planbaren und performanten Migration. Hierbei setzen wir nicht nur auf die Erfahrung unseres Teams, sondern auch auf unser im Haus entwickeltes und weiter gepflegtes Open-Source-Tool credativ-pg-migrator und können bei Bedarf auf die kommerzielle Analyse-Software für Oracle-Datenbanken, Cortex zurückgreifen, die unser Partner Splendid Data im Portfolio hat.

Unsere Leistungen umfassen dabei unter anderem:

  • Bestandsaufnahme und Analyse von Abhängigkeiten der bestehenden Datenbank.
  • Vorbereitung der Zielumgebung auf STACKIT.
  • Detaillierte Migrationsplanung samt Downtime-Konzept zur Kontrolle und Minimierung von Ausfallzeiten.
  • Durchführung der Migration sowie anschließende Optimierung.

Consulting, Workshops und 24/7-Support

Für Kunden, die bereits auf STACKIT setzen oder ihre neuen Instanzen optimal nutzen wollen, bieten wir umfassendes Consulting und Support. Wir helfen bei der initialen Einrichtung, der Planung von Instanz-Größen, dem Rechtemanagement und der Applikationsanbindung.

Auch im laufenden Betrieb lassen wir Sie nicht allein: Wir analysieren und optimieren Ihre bestehenden STACKIT-Instanzen und erarbeiten in dedizierten Workshops gemeinsam mit Ihnen Lösungen für Query-Optimierung oder Laufzeitkonfiguration. Sollte es zu Problemen in Ihrer Produktionsumgebung kommen, greifen wir zügig ein – auf Wunsch auch mit unserem garantierten 24/7-Support.

Plattformübergreifende Beratung durch zertifizierte Experten

Unsere Spezialisten sind langjährige Mitglieder und aktive Entwickler in der internationalen PostgreSQL-Community. Auch bei hybriden Ansätzen, wie der Anbindung oder Migration Ihrer On-Premise-Instanzen an die STACKIT-Cloud, stehen wir Ihnen plattformübergreifend zur Seite. Als deutsches IT-Dienstleistungsunternehmen, das nach ISO 27001 und ISO 9001 zertifiziert ist, erfüllen wir dabei höchste Anforderungen an Qualität und Datenschutz.

Sprechen Sie uns an

Möchten Sie mehr über unsere neuen PostgreSQL-Services auf dem STACKIT Marketplace erfahren? Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrem nächsten Projekt. Sie erreichen unser Vertriebsteam telefonisch unter +49 2161 9174200, aus Deutschland auch gebührenfrei unter 0800-credativ (0800-2733284) oder per E-Mail an vertrieb@credativ.de.

Unsere aktuellen Angebote auf dem STACKIT Marktplatz finden Sie hier:

Replikations-Deadlock-Fehler in aktuellen Postgres-Versionen 14-16

Die aktuellen Minor-Releases der Postgres-Versionen 14-16 (14.23, 15.18 und 16.14, veröffentlicht am 14. Mai) haben eine Regression eingeführt, die unter bestimmten Umständen zu einem MultiXactOffsetSLRU Deadlock während des Nachspielens des Transaktionslogs (WAL) führen kann.

Der Fehler wurde (unseres Wissens nach) erstmals am 20. Mai von Radim Marek von BoringSQL in Bug#19490 gemeldet. Weitere Meldungen erfolgten über die Mailinglisten pgsql-bugs und pgsql-admin, und auch wir erhielten Kunden-Support-Anfragen über unser Open-Source Support Center.

Was derzeit über diesen Fehler bekannt ist

Der Fehler kann auf zwei Arten auftreten. Erstens während der Streaming-Replikation, bei der der Standby aufgrund des Deadlocks hängt. Die andere Möglichkeit ist ein hängendes Point-in-Time-Recovery (PITR). Folgendes ist derzeit bekannt:

  1. Der Fehler tritt nur in den Postgres-Versionen 14-16 auf. Version 17 und 18 (sowie frühere Versionen) sind nicht betroffen.

  2. Das WAL muss von einem Leader generiert worden sein, auf dem die Q4/2025-Back-Branch-Releases (13. November) oder älter laufen (14.20/15.15/16.11).

  3. Der Standby oder die Instanz, auf der PITR ausgeführt wird, muss auf das neueste Minor-Release (14.23/15.18/16.14) aktualisiert worden sein.

  4. Der startup-Prozess hängt während der WAL-Wiedergabe mit dem Wait-Event LWLock/MultiXactOffsetSLRU in pg_stat_activity.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Leader mindestens einige Minor-Versionen zurückliegen muss und der Standby auf die neueste Minor-Version aktualisiert worden sein muss. Aufgrund der empfohlenen Vorgehensweise, zuerst die Streaming-Standbys zu aktualisieren, bevor der Leader aktualisiert wird, tritt dieser Fehler in der Praxis wahrscheinlich relativ häufig auf, insbesondere bei Organisationen, die nur alle paar Minor-Releases patchen.

Umgehung des Problems

Wenn das Problem noch nicht aufgetreten ist, kann es vermieden werden, indem der Standby oder eine PITR-Maschine nicht auf die neuesten Minor-Releases aktualisiert wird. Falls man von der Regression betroffen ist, gibt es vier (derzeit drei) Möglichkeiten, das Problem zu beheben:

  1. Ein Downgrade des Standbys oder der PITR-Instanz auf das Q1-Point-Release (oder älter) (14.22/15.17/16.13) behebt das Problem (führt aber möglicherweise zu Problemen, die seitdem behoben wurden).

  2. Ein zweistufiges Upgrade-Verfahren, bei dem zunächst die Standbys und dann der Leader auf die Q1-Point-Releases aktualisiert werden (siehe vorherige Option), gefolgt von einem zweiten Upgrade der Standbys (und dann schließlich des Leaders) auf die neuesten Point-Releases. Dadurch wird das Problem umgangen, da der Leader dann auf einer sicheren Version läuft, die keine problematischen WAL-Records erzeugt, die auf den Standbys zu dem Deadlock führen.

  3. Das Anwenden des Patches „Fix self-deadlock when replaying WAL generated by older minor version“ (Version 16, Version 15, Version 14) vom 27. Mai beim Selbstkompilieren von Postgres und das Starten des Standbys/der PITR-Instanz damit behebt das Problem ebenfalls. Von der Nicht-Verwendung von Distributionspaketen von PostgreSQL wird generell abgeraten, daher sollte diese Alternative nur von Organisationen gewählt werden, die PostgreSQL ohnehin immer selbst bauen.

  4. Ein Upgrade auf die kommenden Minor-Releases (derzeit für den 13. August geplant) wird das Problem ebenfalls beheben, sobald diese veröffentlicht sind.

Das Problem scheint schwerwiegend genug zu sein, dass man meinen könnte, es sollte ein außerplanmäßiges Back-Branch-Release rechtfertigen, was wir auf der PostgreSQL-Development-Liste vorgeschlagen haben. Bisher haben ein paar andere Leute bestätigt, dass sie den Bug gesehen haben (entweder in ihrer eigenen Umgebung oder in den Umgebungen ihrer Kunden), aber eine Entscheidung über ein Release wurde noch nicht getroffen. Da PostgreSQL 19 Beta 2 derzeit für den 16. Juli geplant ist, erscheint es unwahrscheinlich, dass davor noch ein weiteres Release eingeschoben werden könnte. Nach dem Beta-2-Release bleibt nur noch ein Monat bis zu den nächsten geplanten Minor-Releases. Daher wird für dieses Problem wahrscheinlich kein außerplanmäßiges Release erfolgen, und vorerst sollte ein Downgrade des Standbys (Option 1 von oben) oder ein zweistufiges Upgrade-Verfahren (Option 2 von oben) gewählt werden.

Die Swiss PostgreSQL Conference (Swiss PGDay) fand dieses Jahr zum 9. Mal statt, und zwar am 25. und 26. Juni 2026. Die Veranstaltung wurde erneut an der OST Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil bei Zürich ausgerichtet und versammelte Mitglieder der PostgreSQL-Community aus der ganzen Schweiz und darüber hinaus. Mit zwei parallelen Tracks in Englisch und Deutsch war die Konferenz ausverkauft und spiegelte das anhaltende Interesse an Open-Source-Datenbanktechnologien bei Entwicklern, Administratoren und Unternehmen wider.

Als langjähriger Unterstützer der Community beteiligte sich credativ als offizieller Sponsor. Wir freuten uns, vor Ort zu sein, um Nutzer zu treffen, Ideen auszutauschen, unser Fachwissen zu teilen und zu Diskussionen rund um PostgreSQL und dessen fortlaufende Entwicklung beizutragen.

Michael, Tobias und Josef am credativ-Stand

Fachliche Beiträge von credativ

Wir freuten uns, mit einer Keynote und einem Fachvortrag zur diesjährigen Konferenz beizutragen. Besonders stolz waren wir darauf, dass unser Kollege Josef Machytka die Eröffnungs-Keynote vor einem voll besetzten Auditorium hielt.

Josef Machytka – Eröffnungs-Keynote: „The Next Generation Story of PostgreSQL: From Systems Mechanics to Experience Builders“

In seiner Keynote skizzierte Josef die Entwicklung von PostgreSQL als eine historische Reise. Er begann mit den frühen Ursprüngen der Informatik und grundlegenden Programmierparadigmen und behandelte dann die Mitwirkenden, die dazu beitrugen, Postgres zu einem System zu entwickeln, das für den Unternehmens- und Produktionseinsatz geeignet ist.

Josefs Vortrag enthielt ein persönlicheres Element durch die Beteiligung seiner Frau, Katerina Machytkova, die handgezeichnete Porträts der in der Präsentation erwähnten historischen Persönlichkeiten und Mitwirkenden beisteuerte. Die Folien begleiteten die Erzählung durch die verschiedenen historischen Phasen, die in der Keynote besprochen wurden. Die Präsentation kombinierte technische Aspekte der PostgreSQL-Entwicklung mit visuellen und kreativen Elementen in den Folien.

Keynote von Josef Machytka

Handgezeichnete Porträts der PostgreSQL-Geschichte, die während der Keynote gezeigt wurden

Michael Banck – „Optimizer Hints in PostgreSQL“

Später in den Track-Sessions sprach unser Kollege Michael Banck über Optimizer Hints, ein Thema, das in der PostgreSQL-Community oft diskutiert wird. Im Gegensatz zu einigen anderen relationalen Datenbanksystemen wie Oracle, SQL Server oder MySQL bietet PostgreSQL traditionell keine direkten Optimizer Hints für Benutzer an. Der allgemeine Ansatz in der Kernentwicklung war es, Optimizer-bezogene Probleme als etwas zu behandeln, das im Planer selbst angegangen werden sollte, anstatt durch benutzerseitige Hinweise, die in Produktionssystemen in der Praxis schwierig anzuwenden sein können. Michael gab einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, wie der PostgreSQL-Optimizer beeinflusst werden kann. Dazu gehören die Anpassung globaler oder sitzungsbezogener Konfigurationsparameter sowie die Verwendung der externen pg_hint_plan-Erweiterung. Er erörterte auch die laufenden Arbeiten im Zusammenhang mit PostgreSQL 19, das voraussichtlich neue Mechanismen zur Beeinflussung der Abfrageplanung einführen wird. Insbesondere verwies er auf einen von Robert Haas verfassten Patch, der pg_plan_advice und pg_stash_advice einführt. Ziel dieses Ansatzes ist es, eine strukturierte Möglichkeit zu bieten, planungsbezogene Eingaben an das System zu übergeben, ohne Direktiven direkt in SQL-Anweisungen einzubetten. Michael veranschaulichte, wie sowohl die bestehende pg_hint_plan-Erweiterung als auch die kommenden Mechanismen verwendet werden könnten, um Abfrageausführungspläne in komplexen Umgebungen zu beeinflussen.

Michael Banck präsentiert zu Optimizer Hints in PostgreSQL

Community-Austausch und ein frisches Format

Während der Konferenz führten wir an unserem Stand viele Gespräche mit den Teilnehmern. Wir möchten uns bei allen bedanken, die sich die Zeit genommen haben, vorbeizuschauen und mit uns zu sprechen. Der direkte Austausch mit den Teilnehmern war wertvoll, um Feedback zu unserer PostgreSQL-Beratung und unserem Enterprise-Support zu erhalten. Ein Networking-Abend am Ende des ersten Tages bot die Gelegenheit zum informellen Austausch in entspannter Atmosphäre. Die Gesamtatmosphäre war freundlich und offen, was viele Teilnehmer während der Konferenz hervorhoben. Neben unseren eigenen Sessions führte der Swiss PGDay 2026 ein neues Birds of a Feather (BoF)-Diskussionsformat neben Poster-Sessions und Lightning Talks ein. Das Format bot zusätzlichen Raum für informellen Austausch zu praktischen Themen und produktionsbezogenen Herausforderungen, die nicht immer in traditionellen Präsentationen behandelt werden.

Ausblick

Nach der Veranstaltung in Rapperswil setzen wir unsere Pläne für den Rest des Jahres fort. Wir bereiten unsere Teilnahme am PGDay Lowlands 2026 im September in Utrecht vor, gefolgt von der PGConf.EU im Oktober in Valencia.

Ende April hatte ich die großartige Gelegenheit, credativ auf der HOW2026 (Hello Open-source World), der PostgreSQL-&-IvorySQL-Eco-Conference in Jinan, China, zu vertreten. IvorySQL ist ein chinesischer Fork von PostgreSQL mit erweiterter Oracle-Kompatibilität. In den letzten Jahren hat es nicht nur in China an Popularität gewonnen. Die Konferenz brachte PostgreSQL- und IvorySQL-Expertinnen und -Experten, Mitwirkende sowie open-source-Datenbank-Enthusiasten aus aller Welt zusammen. Die Atmosphäre war hervorragend, und ich möchte einige Highlights sowie eine Zusammenfassung meiner Beiträge teilen.

Meine Beiträge

Ich hatte die Ehre, mit zwei Sessions zum HOW2026-Programm beizutragen.

Workshop: Die Alchemie der Shared Buffers

Am Sonntagnachmittag leitete ich einen dreistündigen Deep-Dive-Workshop, in dem ich die komplexen Mechanismen der PostgreSQL Shared Buffers beleuchtete. Ich erläuterte, wie Linux Shared-Memory-Operationen über das tmpfs-Dateisystem implementiert, wie Shared Buffers intern funktionieren, welche praktischen Grenzen und Nutzungsmuster es gibt, warum und wie Huge Pages für deren Allokation eingesetzt werden sollten, warum Transparent Huge Pages die Performance negativ beeinflussen und welche praktischen Strategien es gibt, um hohe Parallelität mit optimaler Systemleistung in Einklang zu bringen.

Vortrag: Linux und PostgreSQL im Multiversum der Verbindungen

Am Dienstagnachmittag hielt ich einen Vortrag mit Fokus auf dem Overhead von PostgreSQL-Verbindungen. Ich erläuterte, wie PostgreSQL-Verbindungen mit dem Linux-Kernel interagieren, und behandelte dabei Speicherverbrauch, Mapping der physischen Speicherallokation, Context-Switching-Overhead sowie PostgreSQL-Interna, um zu erklären, warum eine große Anzahl an Verbindungen die Performance deutlich verschlechtern kann.

Ausgewählte Highlights der Konferenz
Die Konferenz wurde am Montagmorgen in der Golden Hall des Shandong Hotels in Jinan eröffnet. Die Eröffnung umfasste eine Reihe von Keynotes und Community-Präsentationen:
  • The Development Trends of Databases in the Era of Data Intelligence — Aoying Zhou eröffnete die Veranstaltung mit seiner Perspektive auf die zukünftige Ausrichtung von Datenbankarchitekturen in einer datengetriebenen Ära, die von Künstlicher Intelligenz geprägt ist. Er erläuterte, dass eine engere Integration von Datenbanken und KI-Technologien einer der wichtigsten Treiber des künftigen technologischen Fortschritts sein wird.
  • Inauguration Ceremony of COSDA & China’s PostgreSQL Industry — Wir erlebten die offizielle Gründung der China Open Source Database Alliance (COSDA), gefolgt von einem strategischen Überblick von Zhongyi Tan zu Chancen und der zukünftigen Roadmap für PostgreSQL in China. Chinesische Unternehmen sehen großes Potenzial in PostgreSQL und IvorySQL als breit einsetzbaren open-source-Datenbanklösungen, die auch international angeboten werden können.
  • Databases in the AI Trenches — Bruce Momjian hielt eine aufschlussreiche Keynote darüber, wie sich PostgreSQL an die sich schnell wandelnden Anforderungen von KI-Workloads anpasst.
  • Open-Source Foundation, Boundless Intelligence Connection — Xinjie Lv hob die entscheidende Rolle hervor, die open-source-Communities als Fundament moderner intelligenter Anwendungen und Plattformen spielen.
  • Make Postgres Yours Again — Alvaro Hernandez präsentierte einen inspirierenden Vortrag über die Erweiterbarkeit von PostgreSQL und darüber, wie man durch eine neue, von seinem Unternehmen entwickelte open-source-Deployment-Umgebung die operative Kontrolle über Datenbank-Deployments zurückgewinnen kann.
  • Community Exhibitions & Awards — Der Vormittag endete damit, dass Robert Treat und Mark Wong erklärten, wie PostgreSQL-Konferenzen und Community-Events organisiert werden, sowie mit Möglichkeiten, sich im PostgreSQL-Ökosystem zu engagieren. Anschließend folgte eine besondere Badge-Award-Zeremonie, in der Mitwirkende ausgezeichnet wurden, die an PostgreSQL 18 gearbeitet haben.

Datenbanken und KI
Mehrere Vorträge auf der HOW2026 beleuchteten die Schnittstelle zwischen relationalen Datenbanken und Künstlicher Intelligenz. Aus mehreren Beiträgen habe ich mitgenommen, dass chinesische Unternehmen und Universitäten KI als wichtigstes Werkzeug sehen, um wachsende Probleme einer schnell alternden Bevölkerung zu lösen. Laut den Referierenden werden in den nächsten 10 bis 20 Jahren Menschen über 60 in der Gesellschaft zu dominieren beginnen, was zu massiven Herausforderungen im Gesundheitswesen, in der Logistik und in anderen Bereichen führen wird. KI kann in Bereichen wie medizinischer Diagnostik, personalisierter Medizin, Logistikoptimierung und mehr helfen. Außerdem kann sie dazu beitragen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Kürzlich stuften chinesische Gerichte das Entlassen von Beschäftigten aufgrund von KI als rechtswidrige Praxis ein. Insgesamt scheint die Haltung gegenüber KI in China daher generell positiver zu sein als in der westlichen Welt.
  • KI-Durchbruchjahr: Was kann IvorySQL leisten? (Shawn Yan) — Ein Überblick über die praktischen Einsatzmöglichkeiten und Fähigkeiten von IvorySQL zur Unterstützung KI-orientierter Workloads.
  • Applications and Practices of PostgreSQL in AI (Dingding Wang) — Dieser Vortrag konzentrierte sich darauf, PostgreSQL und sein Ökosystem zu nutzen, um effiziente und kosteneffektive KI-Datenpipelines und intelligente Anwendungen aufzubauen.
  • AI Performance Analysis of the PostgreSQL Database (Shan Bai) und AI-Driven Query Optimization: Tree Transformer Breakthrough (Peng Cui) — Diese Sessions waren sehr technisch. Shan Bai demonstrierte den Einsatz von KI-Techniken für die allgemeine Query-Optimierung, während Peng Cui QPR (Tree Transformer Representation) zur multidimensionalen Merkmalsextraktion und QPSLR (Ranking Learning) für eine rankingbasierte Query-Optimierung vorstellte.
  • AI-Native PG Diagnosis (Xiang Zheng) — Eine Präsentation mit Fokus auf operative Aspekte von PostgreSQL, die den Übergang von reaktiver, manuell durch Administratoren durchgeführter Diagnose hin zu KI-nativen Systemen zeigte, die Probleme proaktiv identifizieren können.
  • PostgreSQL in AI Applications: Reality Is More Complex Than Similarity Search (Florents Tselai) — Ein sehr praxisnaher Vortrag, der hervorhob, dass pgvector und Similarity Search zwar wertvolle Technologien sind, reale KI-Anwendungen jedoch deutlich breitere und anspruchsvollere Datenmodellierungsansätze erfordern.

Weitere interessante Vorträge
Neben KI-bezogenen Themen bot die Konferenz auch mehrere weitere bemerkenswerte Sessions:
  • PostgreSQL Hacker: My Experience and Lessons (Chao Li) — Ein offener Rückblick auf Chao Lis erstes Jahr als PostgreSQL-Contributor. Statt sich primär auf Tools zu konzentrieren, beleuchtete der Vortrag frühe Missverständnisse, technische und kommunikative Fehler sowie Strategien, mit denen die wahrgenommenen Einstiegshürden überwunden wurden, und bot damit wertvolle Orientierung für neue Mitwirkende, die sich in der PostgreSQL-Community engagieren möchten.
  • Tracking Vacuum Resource Consumption: From Idea to Patch (Alena Rybakina) — Eine aufschlussreiche Präsentation, die den architektonischen Weg zur Entwicklung von per-Relation-Vacuum-Ressourcenstatistiken in PostgreSQL beschrieb. Der Vortrag zeigte, wie strenge interne Rahmenbedingungen zentrale Designentscheidungen beeinflussten, und vermittelte wertvolle Erkenntnisse darüber, wie sich Observability und Performance-Overhead in komplexen Subsystemen ausbalancieren lassen.
  • Zabbix 7.0 PostgreSQL Monitoring Configuration (Yong Ren) — Eine sehr praxisorientierte Session zu den neuesten Funktionen von Zabbix 7.0 und dazu, wie es effektiv für das PostgreSQL-Monitoring konfiguriert wird. Die Präsentation behandelte wesentliche Metriken, Anomalie-Alarmierung, Monitoring der Verbindungsintegrität, Replication Lag, Hardware-Auslastung sowie Strategien zur Sicherstellung hoher Verfügbarkeit.
Fazit

Die HOW2026 war ein unvergessliches Erlebnis. Jinan war eine großartige Gastgeberstadt, und die Tiefe des Wissens, das die PostgreSQL- und IvorySQL-Communities geteilt haben, war wirklich beeindruckend. Vielen Dank an die Organisatoren für die Einladung und die hervorragende Organisation der Konferenz.

Fotos (c) HOW2026-Organisatoren / Josef Machytka

Die deutsche PostgreSQL-Konferenz (PGConf.DE) fand in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt. Die Jubiläumsausgabe wurde am 21. und 22. April 2026 im Haus der Technik in Essen ausgerichtet. Mit über 308 Registrierungen war dies eine der größeren Veranstaltung dieser Reihe und unterstreicht die kontinuierlich wachsende Entwicklung der PostgreSQL-Community im deutschsprachigen Raum. Die Konferenz bringt jährlich Entwickler, Administrator und Entscheidungsträger zusammen und dient als zentrale Plattform für fachlichen Austausch, Networking und aktuelle Einblicke in die Weiterentwicklung von PostgreSQL. (mehr …)

Irgendwo zwischen „eigentlich müsste ich mich mal um die Datenbankmigrationen kümmern“ und „keine Zeit, kein Plan, wo anfangen“ – kennen Sie das? Dann haben wir genau das Richtige für Sie.

Nach dem Erfolg unseres ersten Business-Frühstücks rund um Proxmox laden wir Sie zur nächsten Runde ein. Diesmal dreht sich alles um PostgreSQL – von der live vorgeführten Migration bis zu den Basics, die jeder DBA (und jeder, der unfreiwillig zum DBA geworden ist) kennen sollte.

Damit möglichst viele dabei sein können, bieten wir das Frühstück gleich dreimal an – selbe Themen, selber Ort, unterschiedliche Speaker:

 

Kommen Sie an dem Termin, der bei Ihnen in den Kalender passt. Ganz ohne Vertriebsdruck, ganz ohne Folien-Overkill.

Was Sie erwartet

  • 09:30 Uhr | Ankommen & Koffein-Check Erstmal durchatmen, Kaffee holen, Leute kennenlernen.
  • 10:00 Uhr | Demo 1: credativ-pg-migrator – Live Migration, kein Zauberwerk Datenbankmigrationen klingen nach schlafloser Nacht und Schweißausbrüchen? Wir zeigen Ihnen live, wie das auch entspannt geht – mit unserem eigenen Open-Source-Tool credativ-pg-migrator. 15 Minuten, echter Betrieb, keine Magie.
  • 10:20 Uhr | Demo 2: CNPG & Postgres – DBA Essentials CloudNativePG ist das Thema, wenn Postgres in den Kubernetes-Betrieb soll. Wir zeigen, was Sie wissen müssen – verständlich auch für alle, die sich bisher um Datenbanken eher herumgedrückt haben.
  • 10:40 – 12:00 Uhr | Offene Runde & Diskussion Fragen, Fachsimpeln, Mettbrötchen. Der Rest des Vormittags gehört Ihnen.

 

Das Buffet: Bewährt und rheinisch

  • Frisch gebrühter Kaffee & Kaltgetränke
  • Eine Auswahl frischer Brötchen
  • Das Highlight: Echter „Rheinischer Kaviar“ – sprich: Mettbrötchen mit Zwiebeln. Für alle, die kein Fleisch mögen: vegetarische Alternativen sind selbstverständlich dabei.

 

Alle Eckdaten auf einen Blick

  • 🕤 Wann: 09:30 – 12:00 Uhr (Ihr Wunschtermin: 25.08., 03.09. oder 09.09.)
  • 📍 Wo: credativ GmbH, Hennes-Weisweiler-Allee 23, 41179 Mönchengladbach
  • 👥 Für wen: IT-Entscheider, neugierige Einsteiger, unfreiwillige DBAs – alle willkommen.

 


 

Anmeldung & Details

Damit die Mett-Logistik stimmt, melden Sie sich bitte über unsere Event-Seite an – und wählen Sie dabei direkt Ihren Wunschtermin:

👉 Hier anmelden:

Wir freuen uns auf einen lockeren Vormittag mit echten Gesprächen – und echtem Mett.

Alle unsere Business-Frühstück-Termine findest du hier: credativ Business Frühstück

 

Symbolbild für einen Frühstückstisch in einem Konferenzraum, mit AI generiert.

CERN PGDay 2026 fand am Freitag, dem 6. Februar 2026, auf dem CERN-Campus in Genf, Schweiz, statt. Es war der zweite jährliche PostgreSQL Day am CERN, gemeinsam organisiert vom CERN und der Swiss PostgreSQL Users Group. Die Konferenz bot ein Single-Track-Programm mit sieben Sessions (alle auf Englisch), gefolgt von einem Social Event vor Ort zum weiteren Networking in der inspirierenden Umgebung des CERN. Mit rund 100 Teilnehmenden ist dies bereits ein sehr großes PostgreSQL-Event für die Schweiz. Was dieses Event jedoch absolut besonders machte, war sein Veranstaltungsort. Eine Datenbankkonferenz am CERN – einem der führenden Wissenschaftslabore der Welt – auszurichten, bot für alle ein einzigartiges Erlebnis.

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Mönchengladbach (DE) / Naarden (NL) — 4. Februar 2026

Splendid Data und die credativ GmbH geben eine strategische Partnerschaft zur Beschleunigung der Oracle-to-PostgreSQL-Migration für Unternehmen bekannt.

Splendid Data Logo

Splendid Data und die credativ GmbH gaben heute eine strategische Partnerschaft bekannt, um Unternehmen bei der Modernisierung komplexer Oracle-Datenbankumgebungen zu unterstützen, indem sie auf vorhersehbare, skalierbare und zukunftssichere Weise zu nativem PostgreSQL migrieren.

credativ Logo

Die Partnerschaft begegnet der wachsenden Nachfrage von Unternehmen, die eskalierenden Datenbanklizenzkosten zu senken, die Autonomie zurückzugewinnen, die digitale Souveränität zu gewährleisten und Datenplattformen für KI-gestützte Anwendungsfälle vorzubereiten. PostgreSQL wird aufgrund seiner offenen Architektur, seines starken Ökosystems und seiner Eignung für moderne, datenintensive Workloads zunehmend als strategische Datenbankgrundlage ausgewählt.

Splendid Data steuert seine Cortex-Automatisierungsplattform bei, die für die Industrialisierung von Oracle-to-PostgreSQL-Migrationen in großem Maßstab entwickelt wurde und das Risiko über komplexe Datenbankbestände hinweg reduziert. credativ ergänzt dies durch fundiertes PostgreSQL-Know-how, die Bereitstellung von Plattformen auf Enterprise-Niveau und einen 24×7-Betriebssupport für unternehmenskritische Umgebungen. Gemeinsam stimmen sich die Partner auch auf PostgresPURE ab, einer produktionsreifen, reinen Open-Source-PostgreSQL-Plattform ohne proprietäre Erweiterungen oder Vendor Lock-in.

Unternehmen treffen langfristige Entscheidungen in Bezug auf Lizenzrisiken, Autonomie und KI-Bereitschaft. Diese Partnerschaft kombiniert Migrationsautomatisierung mit vertrauenswürdigem PostgreSQL-Betrieb.

„Unternehmen treffen langfristige Entscheidungen in Bezug auf Lizenzrisiken, Autonomie und KI-Bereitschaft“, sagte Michel Schöpgens, CEO von Splendid Data. „Diese Partnerschaft kombiniert Migrationsautomatisierung mit vertrauenswürdigem PostgreSQL-Betrieb.“

Gemeinsam ermöglichen wir es Kunden, schneller zu modernisieren und dabei Kontrolle, Transparenz und Betriebssicherheit zu wahren.

David Brauner, Geschäftsführer bei credativ, fügte hinzu: „Gemeinsam ermöglichen wir es Kunden, schneller zu modernisieren und gleichzeitig Kontrolle, Transparenz und betriebliche Zuverlässigkeit zu erhalten.

Der anfängliche geografische Fokus der Partnerschaft liegt auf Deutschland, wo credativ über einen starken Kundenstamm verfügt. Das Modell ist darauf ausgelegt, im Laufe der Zeit auf internationale Unternehmenskunden skaliert zu werden. Zu den gemeinsamen Aktivitäten gehören koordinierte Go-to-Market-Bemühungen, die Befähigung der credativ-Teams auf Cortex und die Durchführung erster Pilotprojekte mit gemeinsamen Kunden.

Beide Unternehmen betrachten die Partnerschaft als langfristige Zusammenarbeit, die darauf abzielt, einen neuen Standard für die groß angelegte Open-Source-Datenbankmodernisierung in Europa zu setzen.

Über credativ

Die credativ GmbH ist ein unabhängiges Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen mit Fokus auf Open-Source-Software. Nach der Ausgliederung aus NetApp im Frühjahr 2025 kombiniert credativ jahrzehntelange Community-Expertise mit professionellen Enterprise-Standards, um IT-Infrastrukturen sicher, souverän und zukunftssicher zu machen, ohne die Verbindung zu ihrer rund 25-jährigen Geschichte der Arbeit in und mit der Open-Source-Community zu verlieren.

Über Splendid Data

Splendid Data ist ein PostgreSQL-Spezialist, der sich auf groß angelegte Oracle-to-PostgreSQL-Migrationen für Unternehmen mit komplexen Datenbankbeständen konzentriert. Seine Cortex-Plattform ermöglicht automatisierte, wiederholbare Migrationen, während PostgresPURE eine produktionsreife Open-Source-PostgreSQL-Plattform ohne Vendor Lock-in bietet.

Kontakt credativ:

Peter Dreuw, Head of Sales & Marketing (peter.dreuw@credativ.de)

Kontakt Splendid Data:

Michel Schöpgens, CEO (michel.schopgens@splendiddata.com)

PostgreSQL-Datenbanken richtig zu sichern, erfordert einen mehrschichtigen Ansatz mit robusten Authentifizierungsverfahren, regelmäßigen Backups und kontinuierlicher Überwachung. Effektive Sicherheit kombiniert Verschlüsselung auf Transport- und Speicherebene mit strengen Zugriffskontrollen und proaktivem Monitoring. Diese umfassende Anleitung beantwortet die wichtigsten Fragen zur PostgreSQL-Sicherheit für Unternehmen.

Was sind die größten Sicherheitsrisiken für PostgreSQL-Datenbanken?

Die größten Sicherheitsrisiken für PostgreSQL-Datenbanken umfassen schwache Authentifizierung, unverschlüsselte Datenübertragung, mangelhaft konfigurierte Zugriffsrechte und fehlende Sicherheitsupdates. Zusätzlich stellen SQL-Injection-Angriffe, ungesicherte Netzwerkverbindungen und unzureichende Überwachung ernsthafte Bedrohungen dar.

Unzureichende Authentifizierung entsteht häufig durch schwache Passwort-Richtlinien oder die Verwendung von Standard-Anmeldedaten. Viele Installationen verwenden noch immer einfache Passwörter oder lassen Benutzerkonten ohne angemessene Berechtigung zu. Dies öffnet Angreifern direkten Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten. PostgreSQL 18 bietet heute schon moderne und sichere Möglichkeiten zur Benutzerauthentifizierung mit OAuth2.

Fehlende Verschlüsselung bei der Datenübertragung ermöglicht es Angreifern, die Kommunikation zwischen Anwendungen und der Datenbank abzufangen, denn ohne SSL/TLS-Verschlüsselung werden Anmeldedaten und Geschäftsdaten im Klartext übertragen. Unverschlüsselte Datenübertragung ist heute auch in-house in den allermeisten Szenarien ein klares No-Go. Wenn man in einer Cloud-Umgebung im weitesten Sinne arbeitet, also auch bei Nutzung von Hosting- oder Service-Providern, ist eine starke Verschlüsselung der Transportschicht ein absolutes Must-Have. Gleichzeitig gefährden unverschlüsselte Datenspeicher die Sicherheit bei physischem Zugriff auf Server.

Fehlende oder falsche Anpassungen der pg_hba.conf-Datei führen zu ungewollten oder weitreichenderen Zugriffen als vorgesehen. Hierbei geht es weniger um die Berechtigungen auf die Daten innerhalb der Datenbank, sondern um die Möglichkeit sich überhaupt mit der Datenbank verbinden zu können. Zusätzlich sind oft auch die Berechtigungen auf die eigentlichen Daten innerhalb der Datenbank, teils aus Bequemlichkeit oder Historie, breiter Konfiguriert als es nötig wäre. Diese potentiellen Probleme verstärken sich zusätzlich durch veraltete PostgreSQL-Versionen ohne aktuelle Sicherheitspatches.

Wie richtet man sichere Authentifizierung und Zugriffskontrolle ein?

Ein oft anzutreffendes Pattern in Anwendungen ist auch heute immer noch leider der Fakt, dass die Software nur einen generischen Datenbank-User nutzt, der oft mehr Rechte in der Datenbank bekommt als er eigentlich benötigt. Gerade bei vorinstallierten Systemen wird dieser mit öffentlich bekannten Standard-Passwörtern konfiguriert. Das hat mit Sicherheit leider nichts zu tun.
Anmerkung: In der Praxis wird der Datenbankuser gerne so universell eingerichtet, um nicht in Limitierungen von Verbindungen zu laufen und/oder von Connection-Pooling und ähnlichen Techniken zu profitieren.

Grundsätzlich sollten die Berechtigungen (Autorisierung) so wenig wie möglich in der Anwendung abgehandelt werden, sondern durch die Datenbank. Die Applikation kann sich damit viel Code ersparen und nur auf einen verweigerten Zugriff reagieren. Das Gegenteil ist heute "üblich", was effektiven Schutz der Daten aushebelt

Sichere PostgreSQL-Authentifizierung basiert auf starken Passwort-Richtlinien, rollenbasierten Zugriffskontrollen und dem Prinzip der minimalen Berechtigung. Konfigurieren Sie die pg_hba.conf-Datei restriktiv und implementieren Sie mehrstufige Authentifizierung für administrative Zugriffe. Jeder Benutzer sollte nur die minimal notwendigen Rechte erhalten.

Beginnen Sie mit der Erstellung spezifischer Datenbankrollen für verschiedene Anwendungsbereiche. Verwenden Sie CREATE ROLE-Befehle, um funktionsspezifische Rollen zu definieren. Beispielsweise benötigen Reporting-Anwendungen nur Lesezugriff, während Backup-Prozesse spezielle Systemrechte erfordern. Vermeiden Sie die Verwendung des Superuser-Kontos für Routineoperationen.

Die pg_hba.conf-Datei steuert Client-Authentifizierung und Verbindungsmethoden. Konfigurieren Sie diese Datei so, dass sie nur spezifische IP-Adressen und Subnetze zulässt. Verwenden Sie scram-sha-256 anstelle von md5 und verbieten Sie trust für Produktionsumgebungen. Beschränken Sie lokale Verbindungen auf notwendige Systembenutzer.

Implementieren Sie starke Passwort-Richtlinien mit Extensions wie passwordcheck zur Durchsetzung komplexer Passwörter. Regelmäßige Prüfung und die Deaktivierung ungenutzter Rollen erhöhen die Sicherheit zusätzlich.

Passwort-Rotationen dagegen helfen bei Passwörtern, die ein Mensch eingeben muss, erwiesenermaßen nicht. Hier hat sich das BSI und auch das NIST in den aktuellen Richtlinien gegen eine regelmäßige Rotation ausgesprochen. Hier wird klar empfohlen, auf andere Systeme wie Passkeys über OAuth2, Zwei-Faktor-Authentifizierung oder kryptographisch sichere Passwörter und Passphrases zu setzen.

Für automatisch generierte, kurzlebige Zugänge um zum Beispiel Automatisierungen anzubinden besteht auch die Möglichkeit temporäre Nutzer mit dazugehörigen Passwörtern via Hashicorp Vault und der "PostgreSQL database secrets engine" anzulegen. Hierbei sind die Berechtigungen und die Verfügbarkeit der Accounts im Vault definiert und werden nur bei Bedarf angelegt sowie automatisch auch wieder entfernt. Diese Technik ist besonders im Umfeld von Kubernetes oft zu sehen. Hierzu berät Sie unser Cloud-Infra-Team gerne.

Welche Backup-Strategien garantieren vollständige Datenwiederherstellung?

Vollständige PostgreSQL-Datenwiederherstellung erfordert mindestens logische, im Optimalfall jedoch physische Backups mit kontinuierlicher Archivierung der Write-Ahead-Logs (WAL). Implementieren Sie automatisierte tägliche Vollsicherungen, ergänzt durch kontinuierliche WAL-Archivierung für Point-in-Time-Recovery. Testen Sie Wiederherstellungsverfahren regelmäßig in isolierten Umgebungen.

Grundsätzlich gilt bei der Backup von PostgreSQL Datenbanken wie immer die 3-2-1-Regel. Das bedeutet, dass Sie 3 Kopien auf 2 unterschiedlichen Medien und davon 1 Offsite-Sicherung erzeugen. Dabei ist es ein fataler Fehler, wenn Backup und Datenbank auf dem selben Medium liegen. So etwas wäre ein Fest für einen Angriff mit Ransomware. Grundsätzlich sollten Backup-Medien entweder nicht dauerhaft im Netz verfügbar sein oder es sollten sog. "immutable" Backupmedien eingesetzt werden, also Speichermedien, die nur einmal beschreibbar sind. Dabei muss man nicht zwangsläufig an optische Speicher denken, auch organisatorische Locks wie ein S3 Object Lock ist durchaus eine Lösung. Hier gibt es gute Ansätze zur Lösung durch Open-Source-Software, aber auch Hersteller hochwertiger Storage-Lösungen wie NetApp haben entsprechende Angebote.

Auch sollten Backups nicht ohne Einbindung in das Monitoring erfolgen. Es sollte mindestens überwacht werden dass die Backups wie konfiguriert durchgeführt werden können. Aber auch ein Backup, das "erfolgreich" durchläuft, aber hinterher nur 0 - weniger 100 Bytes beinhaltet, ist wertlos. Regelmäßige Restore-Tests bestätigen diesen Zustand dann in Stichproben.

Backup-Methoden

Logische Backups mit pg_dump eignen sich hervorragend für einfache Datensicherung und -wiederherstellung sowie plattformübergreifende Kompatibilität. Diese Methode erstellt SQL-Befehle zur Rekonstruktion von Datenbankstrukturen und -inhalten. Für große Datenbanken bietet pg_dump parallele Verarbeitung durch den Parameter --jobs, wodurch sich Backup-Zeiten, abhängig von der Struktur der Datenbank, erheblich reduzieren können. Auch ist es damit einfach möglich eine komplette Instanz, einzelne Datenbanken, nur Schemadaten oder nur Inhalte zu sichern. Allerdings gilt auch: Der Restore erfolgt über das Ausführen der einzelnen SQL-Kommandos. Was, wieder je nach Aufbau und Größe der Datenbank, sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

Physische Backups durch pg_basebackup kopieren die gesamte Datenbank-Clusterstruktur auf Dateisystemebene. Diese Methode ermöglicht schnellere Wiederherstellung großer Datenbanken und unterstützt kontinuierliche Archivierung. Allerdings gibt es hier keine Möglichkeit zur Selektierung welche Daten gesichert werden sollen. Es ist immer die gesamte Instanz inkl. auch Indexdaten und anderen Binärdaten im Datenverzeichnis enthalten.
Kombinieren Sie Base-Backups mit WAL-Archivierung für die Option von Point-in-Time-Recovery welches sekundengenaue Restores ermöglicht. Die Base-Backups können auch mit Checksummen die Integrität der gesicherten Daten prüfen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn auch die jeweilige Instanz entsprechend initialisiert wurde.

Kontinuierliche Archivierung der WAL-Dateien gewährleistet minimalen Datenverlust bei Systemausfällen. Konfigurieren Sie archive_mode und archive_command in der postgresql.conf für automatische WAL-Übertragung an sichere Speicherorte. Überwachen Sie Archivierungsprozesse kontinuierlich und implementieren Sie Alarme bei Fehlern oder Verzögerungen. Sollten Sie in der Dokumentation Ihrer Umgebung noch eine recovery.conf Datei beschrieben haben, lohnt es sich ggf. die Installation und Dokumentation von Experten prüfen zu lassen. Diese Datei war bis einschließlich PostgreSQL 11 Teil von PostgreSQL und wurde mit PostgreSQL 12 in die postgresql.conf verschmolzen.

Eine weitere Methode wäre der Einsatz von pgBackRest. Hierbei handelt es sich um ein ausgereiftes Backup- und Restore-Framework für PostgreSQL, das gegenüber Bordmitteln vor allem auch bei großen Clustern punktet. Dieses System kann auch die Einhaltung von RPO/RTO-Vorgaben umsetzen. Es unterstützt vollständige, differentielle und inkrementelle Backups, Parallelisierung, Block‑Delta, WAL-Archivierung, Verschlüsselung, Kompression (zstd/lz4), Integritätsprüfungen und Remote/Cloud-Repositories (z. B. S3, Azure Blob, GCS).

In Kubernetes-Umgebungen setzt man heute oft auf Operatoren wie CloudNativePG oder den Zalando Postgres Operator. Diese nutzen ebenfalls Tools wie Wal-E oder Barman Cloud für Backup und Recovery und bringen bereits hohe Integration als auch Monitoring mit.

Wie verschlüsselt man PostgreSQL-Daten richtig?

PostgreSQL-Datenverschlüsselung erfolgt auf drei Ebenen: Transportverschlüsselung mit SSL/TLS für Netzwerkverbindungen, Verschlüsselung ruhender Daten auf Speicherebene und feldbasierte Verschlüsselung für besonders sensitive Informationen. Konfigurieren Sie SSL-Zertifikate für sichere Client-Server-Kommunikation und nutzen Sie Dateisystem- bzw. Partitionsverschlüsselung, etwa LUKS, für Datenbankdateien.

SSL/TLS-Transportverschlüsselung schützt Daten während der Übertragung zwischen Clients und Server. Aktivieren Sie SSL durch Setzen von ssl = on in der postgresql.conf und konfigurieren Sie entsprechende Zertifikatsdateien. Verwenden Sie selbstsignierte Zertifikate für Entwicklungsumgebungen und CA-signierte Zertifikate für Produktionssysteme. Die pg_hba.conf sollte hostssl-Verbindungen für kritische Anwendungen vorschreiben.

Verschlüsselung ruhender Daten erfolgt typischerweise auf Dateisystem- oder Speicherebene durch Tools wie LUKS unter Linux, BitLocker unter Windows oder Cloud-Provider-Verschlüsselung. PostgreSQL selbst ohne Zusätze bietet keine integrierte Verschlüsselung für Datenbankdateien, daher implementieren Sie Verschlüsselung unterhalb der Datenbankschicht. Dies schützt vor physischem Zugriff auf Speichermedien und Datendiebstahl bei Serverkompromittierung.

Feldbasierte Verschlüsselung für hochsensible Daten bietet z.B. die PostgreSQL-Erweiterungen pgcrypto. Diese Extension bietet Funktionen für symmetrische und asymmetrische Verschlüsselung einzelner Datenbankfelder. Nutzen Sie diese für Zahlungsdaten, persönliche Identifikatoren oder Geschäftsgeheimnisse, wobei Sie Leistungsauswirkungen bei Such- und Sortieroperationen berücksichtigen müssen. pgcrypto bietet aber auch Unterstützung für allerlei andere kryptographische Operationen wie z.B. Hashing oder Salting.

Welche Monitoring-Tools erkennen Sicherheitsvorfälle frühzeitig?

Effektive PostgreSQL-Sicherheitsüberwachung kombiniert integrierte Logging-Funktionen mit spezialisierten Monitoring-Tools für Anomalieerkennung. Aktivieren Sie detaillierte Protokollierung in der postgresql.conf und nutzen Sie Tools wie pgAudit für umfassendes Audit-Logging. Implementieren Sie automatisierte Alerting-Systeme für verdächtige Aktivitäten und Performance-Anomalien.

Die integrierten Logging-Funktionen von PostgreSQL bieten umfassende Überwachungsmöglichkeiten durch Konfiguration der log_*-Parameter. Aktivieren Sie log_connections, log_disconnections und log_statement für detaillierte Verbindungs- und Abfrageprotokollierung. Die Konfiguration von log_line_prefix sollte Zeitstempel, Benutzer, Datenbank und Prozess-IDs enthalten, um effektive Forensik-Analysen zu ermöglichen.

Spezialisierte Tools wie pgAudit erweitern die Standard-Logging-Funktionen um granulare Audit-Trails für Compliance-Anforderungen. Diese Extension protokolliert Datenbankzugriffe auf Objekt- und Rollenebene und ermöglicht die Verfolgung von Datenmodifikationen. Kombinieren Sie pgAudit mit log_statement_stats für Performance-Monitoring und die Erkennung ressourcenintensiver Angriffe.

Automatisierte Monitoring-Systeme wie Prometheus mit PostgreSQL-Exporter oder spezialisierte Datenbank-Monitoring-Tools erkennen Anomalien in Echtzeit. Überwachen Sie Metriken wie Verbindungsanzahl, Abfrageperformance, Speicherverbrauch und ungewöhnliche Zugriffsmuster. Implementieren Sie schwellenwertbasierte Alarme für kritische Ereignisse wie fehlgeschlagene Authentifizierungsversuche oder unerwartete Datenbankzugriffe außerhalb der Geschäftszeiten.

Bitte beachten Sie aber auch, das mit jeder Erweiterung des Loggings auch die Anforderungen an den Storage in Bezug auf Performance und besonder Platzbedarf steigen. Prüfen Sie daher sehr genau welche Konfiguration in der Produktion für Sie essentiell sind und welche nur z.B. in der Entwicklungsumgebung einen Mehrwert bieten. Hier unterstützen und beraten wir Sie gerne.

Wie führt man regelmäßige Sicherheitsupdates und Wartung durch?

Regelmäßige PostgreSQL-Sicherheitswartung umfasst systematische Update-Zyklen, kontinuierliche Vulnerability-Assessments und proaktive Konfigurationsüberprüfungen. Etablieren Sie monatliche Minor-Updates für Patches und planen Sie Major-Updates jährlich nach gründlichen Tests. Auch hat PostgreSQL einen vergleichsweise stabilen und gut dokumentierten Release-Zyklus welche die Arbeiten auch über Monate im Voraus gut planbar machen.

Sicherheitspatches für PostgreSQL erscheinen regelmäßig und adressieren kritische Schwachstellen. Abonnieren Sie die PostgreSQL-Accounce-Mailingliste für zeitnahe Benachrichtigungen über verfügbare Minor-Updates und prüfen Sie die Updates der von Ihnen verwendeten Repositories für die dazu passenden Pakete. Testen Sie Patches zunächst in Entwicklungs- und Staging-Umgebungen, bevor Sie diese in Produktionssystemen implementieren. Nutzen Sie Wartungsfenster für planbare Updates und halten Sie Rollback-Strategien bereit.

Kontinuierliche Konfigurationsüberprüfungen identifizieren Sicherheitslücken durch veränderte Anforderungen oder Konfigurationsdrift. Verwenden Sie wenn möglich Automatisierungen wie z.B. Ansible oder ähnliche Systeme zur Sicherstellung des gewünschten Status und zur Erkennung von lokalen Abweichungen. Alternativ sollten mindestens die Konfigurationsdateien versioniert gepflegt und überwacht werden. Tools zur Optimierung der Konfiguration in Bezug auf Performance und Sicherheit sind verfügbar, sollten aber mit entsprechender Vorsicht eingesetzt werden, da die meisten Systeme individuelle Anforderungen haben.

Umfassende Sicherheitsaudits sollten quartalsweise externe Penetrationstests, Vulnerability-Scans und Compliance-Überprüfungen umfassen. Professioneller PostgreSQL-Support kann dabei helfen, komplexe Sicherheitsanforderungen zu erfüllen und kritische Systeme optimal zu schützen. Führen Sie regelmäßige Disaster-Recovery-Tests durch und aktualisieren Sie Incident-Response-Pläne basierend auf neuen Bedrohungslagen und Geschäftsanforderungen.

Wie credativ bei der PostgreSQL-Sicherheit hilft

credativ bietet umfassende PostgreSQL-Sicherheitslösungen, die alle kritischen Aspekte der Datenbankabsicherung abdecken. Unsere Experten unterstützen Sie bei der Implementierung robuster Sicherheitsstrategien und gewährleisten den optimalen Schutz Ihrer Unternehmensdaten:

Sicherheitsaudits und Penetrationstests: Umfassende Analyse Ihrer PostgreSQL-Infrastruktur zur Identifikation von Schwachstellen und Compliance-Lücken
Backup- und Recovery-Strategien: Entwicklung und Implementierung maßgeschneiderter Backup-Konzepte mit automatisierter Überwachung und regelmäßigen Recovery-Tests
Verschlüsselungsimplementierung: Konfiguration von SSL/TLS, Dateisystemverschlüsselung und spaltenbasierter Verschlüsselung nach Industriestandards
Monitoring und Alerting: Einrichtung professioneller Überwachungssysteme mit 24/7-Support für kritische Sicherheitsvorfälle
Compliance-Unterstützung: Beratung bei der Erfüllung von DSGVO, ISO 27001 und branchenspezifischen Sicherheitsanforderungen

Sichern Sie Ihre PostgreSQL-Datenbanken mit professioneller Expertise ab. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung und erfahren Sie, wie wir Ihre Datenbankinfrastruktur optimal schützen können.

Die Sicherung von PostgreSQL-Datenbanken erfordert einen systematischen Ansatz mit mehreren Schutzebenen. Durch die Implementierung robuster Authentifizierung, umfassender Backup-Strategien und kontinuierlicher Überwachung schaffen Sie eine solide Grundlage für den Schutz Ihrer Unternehmensdaten. Regelmäßige Wartung und proaktive Sicherheitsmaßnahmen gewährleisten langfristig sichere und zuverlässige Datenbankoperationen.

PostgreSQL ist ein wichtiger Baustein zur digitalen Souveränität. Aber auch dieser Baustein erfordert ein wenig Mühe und Aufmerksamkeit, um ihn sinnvoll einzusetzen. Hier unterstützen wir Sie gerne bei der Umsetzung ebenso wie beim Training Ihres IT-Teams.

Gerne Beraten wir sie auch zu anderen Themen rund um Linux-Hardening, etwa mittels AppArmor.

PostgreSQL bietet verschiedene Datentypen zur strukturierten Speicherung unterschiedlicher Informationen in Datenbanken. Die wichtigsten Kategorien umfassen numerische Datentypen (INTEGER, BIGINT, DECIMAL), Text-Datentypen (VARCHAR, TEXT), Datums- und Zeit-Datentypen (TIMESTAMP, DATE) sowie spezielle Datentypen wie JSON, BOOLEAN und ARRAY. Die richtige Auswahl optimiert Speicherplatz und Abfrageleistung erheblich.

Was sind PostgreSQL-Datentypen und warum sind sie wichtig?

PostgreSQL-Datentypen definieren, welche Art von Daten in einer Spalte gespeichert werden kann und wie diese Daten interpretiert werden. Sie bestimmen den Speicherbedarf, die Validierungsregeln und die verfügbaren Operationen für jeden Datenwert. Die korrekte Auswahl der Datentypen ist entscheidend für Datenbankperformance und Datenintegrität.

Datentypen optimieren den Speicherplatz durch die präzise Definition des benötigten Speicherbedarfs. Ein INTEGER benötigt beispielsweise 4 Bytes, während ein BIGINT 8 Bytes verwendet. Bei Millionen von Datensätzen hat dieser Unterschied erhebliche Auswirkungen auf die Speichernutzung und Abfragegeschwindigkeit.

PostgreSQL organisiert Datentypen in verschiedene Kategorien: numerische Typen für Zahlen, Zeichenketten-Typen für Text, Datums- und Zeit-Typen für temporale Daten sowie erweiterte Typen wie JSON, Arrays und geometrische Datenstrukturen. Jede Kategorie bietet spezifische Funktionen und Optimierungen für unterschiedliche Anwendungsfälle.

Welche numerischen Datentypen bietet PostgreSQL?

PostgreSQL stellt mehrere numerische Datentypen zur Verfügung: INTEGER, BIGINT, SMALLINT für Ganzzahlen sowie DECIMAL, NUMERIC, REAL und DOUBLE PRECISION für Fließkommazahlen. Ganzzahl-Datentypen unterscheiden sich durch ihren Wertebereich und Speicherbedarf, während Fließkomma-Typen verschiedene Präzisionsstufen bieten.

SMALLINT verwendet 2 Bytes und speichert Werte von -32.768 bis 32.767. INTEGER benötigt 4 Bytes für Werte zwischen -2.147.483.648 und 2.147.483.647. BIGINT verwendet 8 Bytes und unterstützt extrem große Zahlen bis zu 9.223.372.036.854.775.807.

Für Dezimalzahlen bietet DECIMAL (synonym zu NUMERIC) exakte Präzision ohne Rundungsfehler, ideal für Finanzberechnungen. REAL verwendet 4 Bytes für einfache Fließkomma-Präzision, während DOUBLE PRECISION 8 Bytes für doppelte Präzision verwendet. Bei der PostgreSQL-Entwicklung ist die Wahl zwischen exakter und approximativer Arithmetik entscheidend für die Datenqualität.

Wie funktionieren Text- und Zeichenketten-Datentypen in PostgreSQL?

PostgreSQL bietet vier Haupttypen für Textdaten: CHAR für feste Länge, VARCHAR für variable Länge mit Maximum, TEXT für unbegrenzte Länge und CITEXT für case-insensitive Vergleiche. VARCHAR und TEXT sind die am häufigsten verwendeten Optionen für die meisten Anwendungen.

CHAR(n) reserviert immer n Zeichen Speicherplatz und füllt kürzere Werte mit Leerzeichen auf. VARCHAR(n) speichert nur die tatsächlich verwendeten Zeichen plus ein Byte für die Längeninformation. TEXT hat keine Längenbegrenzung und bietet maximale Flexibilität für große Textmengen.

Performance-Überlegungen zeigen, dass VARCHAR und TEXT praktisch identische Leistung bieten. PostgreSQL optimiert beide Typen gleich effizient. Die Wahl zwischen VARCHAR mit Längenlimit und TEXT ohne Begrenzung hängt von den Validierungsanforderungen ab. PostgreSQL unterstützt vollständig Unicode (UTF-8) und ermöglicht internationale Zeichensätze ohne zusätzliche Konfiguration.

Welche Datums- und Zeit-Datentypen gibt es in PostgreSQL?

PostgreSQL stellt fünf temporale Datentypen bereit: DATE für Kalenderdaten, TIME für Tageszeiten, TIMESTAMP für Datum und Zeit, TIMESTAMPTZ für zeitzonenbewusste Zeitstempel und INTERVAL für Zeitspannen. TIMESTAMPTZ wird für die meisten Anwendungen empfohlen, da es Zeitzonen korrekt verwaltet.

DATE speichert nur Kalenderdaten ohne Zeitinformation (YYYY-MM-DD). TIME erfasst Tageszeiten mit optionaler Mikrosekundengenauigkeit. TIMESTAMP kombiniert beides ohne Zeitzonenbezug, während TIMESTAMPTZ Zeitstempel in UTC speichert und bei Abfragen in die Session-Zeitzone konvertiert.

INTERVAL ermöglicht Berechnungen mit Zeitspannen wie „3 Monate 2 Tage 14 Stunden“. PostgreSQL bietet umfangreiche Funktionen für Datumsarithmetik, Formatierung und Zeitzonenkonvertierung. Best Practices empfehlen die konsistente Verwendung von TIMESTAMPTZ für alle zeitbezogenen Daten in internationalen Anwendungen.

Was sind spezielle PostgreSQL-Datentypen und wann verwendet man sie?

PostgreSQL bietet erweiterte Datentypen für moderne Anwendungsanforderungen: BOOLEAN für Wahrheitswerte, UUID für eindeutige Identifikatoren, JSON/JSONB für strukturierte Dokumente, ARRAY für Listen und geometrische Typen für räumliche Daten. JSONB und ARRAY ermöglichen flexible Datenstrukturen ohne separate Tabellen.

BOOLEAN speichert die Wahrheitswerte true, false oder null effizient. UUID generiert global eindeutige 128-Bit-Identifikatoren, ideal für verteilte Systeme. JSON speichert Dokumente als Text, während JSONB eine binäre, indizierbare Version mit besserer Performance bietet.

ARRAY ermöglicht die Speicherung mehrerer Werte desselben Typs in einer Spalte, beispielsweise INTEGER[] für Zahlenlisten. Geometrische Typen wie POINT, LINE und POLYGON unterstützen räumliche Anwendungen. Diese erweiterten Datentypen integrieren sich nahtlos in moderne Anwendungsarchitekturen und reduzieren die Komplexität von Datenmodellen durch die native Unterstützung komplexer Strukturen.

Wie credativ® bei der optimalen Nutzung von PostgreSQL-Datentypen hilft

credativ® unterstützt Unternehmen bei der strategischen Auswahl und Implementierung der richtigen PostgreSQL-Datentypen für maximale Performance und Datenintegrität. Unsere PostgreSQL-Lösungen analysieren Ihre spezifischen Anforderungen und entwickeln maßgeschneiderte Datenbankstrukturen:

  • Performance-Analyse: Bewertung bestehender Datenstrukturen und Identifikation von Optimierungspotenzialen
  • Datenmodellierung: Entwicklung effizienter Schemas mit optimal gewählten Datentypen
  • Migration und Modernisierung: Sichere Überführung veralteter Datenstrukturen in moderne PostgreSQL-Implementierungen
  • Schulungen und Beratung: Wissensvermittlung für Ihre Entwicklungsteams zu Best Practices bei Datentypen
  • 24/7 Support: Kontinuierliche Betreuung und Optimierung Ihrer PostgreSQL-Umgebungen

Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung und erfahren Sie, wie die richtige Datentyp-Strategie Ihre Datenbankperformance revolutionieren kann.

PostgreSQL® nutzt eine permissive Open-Source-Lizenz, die als PostgreSQL-Lizenz bekannt ist. Sie basiert auf der BSD-Lizenz und erlaubt sowohl kommerzielle als auch nicht-kommerzielle Nutzung ohne Einschränkungen. Unternehmen können PostgreSQL kostenlos verwenden, modifizieren und weiter verteilen und müssen dabei nur den ursprünglichen Urheberrechtshinweis beibehalten.

Was ist die PostgreSQL-Lizenz und warum ist sie so beliebt?

Die PostgreSQL-Lizenz ist eine BSD-ähnliche Open-Source-Lizenz, die maximale Freiheit bei der Nutzung der Datenbank gewährt. Sie wurde speziell entwickelt, um sowohl Entwicklern als auch Unternehmen größtmögliche Flexibilität zu bieten, ohne die rechtlichen Komplexitäten anderer Lizenzmodelle.

Diese Lizenz ist besonders bei Unternehmen beliebt, weil sie keine Copyleft-Bestimmungen enthält. Das bedeutet, Sie können PostgreSQL in proprietäre Software integrieren, ohne den Quellcode Ihrer eigenen Anwendung offenlegen zu müssen. Die Lizenz stammt aus dem Jahr 1996 und hat sich seitdem als stabiles, vertrauenswürdiges Lizenzmodell etabliert.

Die grundlegenden Eigenschaften machen PostgreSQL für kommerzielle Projekte attraktiv: keine Lizenzgebühren, keine Beschränkungen bei der Anzahl der Nutzer oder Installationen und vollständige Kontrolle über Modifikationen. Unternehmen schätzen besonders die Rechtssicherheit und die Möglichkeit, PostgreSQL ohne langfristige Vertragsbindungen zu nutzen.

Welche Rechte und Pflichten haben Unternehmen bei der PostgreSQL-Nutzung?

Die Rechte umfassen konkret: unbegrenzte kommerzielle Nutzung in jedem Geschäftsbereich, Modifikation des Quellcodes nach eigenen Anforderungen, Weitergabe sowohl der ursprünglichen als auch modifizierter Versionen sowie die Einbindung in geschlossene, proprietäre Softwarelösungen ohne Offenlegungspflicht.

Unternehmen erhalten mit PostgreSQL umfassende Nutzungsrechte ohne wesentliche Einschränkungen. Sie dürfen die Datenbank kommerziell nutzen, den Quellcode modifizieren, eigene Versionen erstellen und diese sogar verkaufen. Die Integration in proprietäre Software ist ausdrücklich erlaubt.

Die Pflichten sind minimal und beschränken sich auf wenige Punkte: Der ursprüngliche Urheberrechtshinweis muss in allen Kopien oder wesentlichen Teilen der Software enthalten bleiben. Außerdem müssen Sie den Haftungsausschluss der ursprünglichen Entwickler respektieren. Eine Namensnennung in der Dokumentation oder in About-Dialogen ist nicht zwingend erforderlich, wird aber geschätzt.

  • Unbegrenzte Nutzung: Kommerziell in jedem Geschäftsbereich.
  • Modifikation: Quellcode darf beliebig angepasst werden.
  • Weitergabe: Auch in geschlossenen, proprietären Produkten.

Wie unterscheidet sich PostgreSQL von anderen Datenbank-Lizenzen?

PostgreSQL unterscheidet sich erheblich von anderen Datenbank-Lizenzmodellen durch seine permissive Struktur. Während MySQL® unter der GPL steht, Oracle® proprietäre Lizenzen verwendet und MongoDB® die restriktive SSPL eingeführt hat, bleibt PostgreSQL konsequent offen und unternehmerfreundlich.

Der Vergleich zeigt deutliche Unterschiede: MySQL mit GPL-Lizenz erfordert bei kommerzieller Nutzung in proprietärer Software häufig kostenpflichtige Lizenzen. Oracle Database verlangt grundsätzlich Lizenzgebühren und bietet nur eingeschränkte kostenlose Versionen. MongoDB hat mit der SSPL eine Lizenz eingeführt, die Cloud-Anbieter zur Offenlegung ihrer gesamten Service-Software verpflichtet.

Für Unternehmen bietet PostgreSQL klare Vorteile: keine Lizenzkosten, keine rechtlichen Fallstricke bei der Integration in kommerzielle Produkte und keine Verpflichtung zur Offenlegung eigener Entwicklungen. PostgreSQL-Support ist zudem von verschiedenen Anbietern verfügbar, ohne Vendor-Lock-in-Effekte.

Die PostgreSQL Lizenz ist mit fast allen anderen Open-Source-Lizenzen kompatibel. So kann man beispielsweise PostgreSQL-Code problemlos in ein unter GPL stehendes Projekt einbauen.

Gegenüberstellung der GNU General Public License (GPL), der GNU Affero General Public License (AGPL) und der PostgreSQL-Lizenz.

Diese Tabelle verdeutlicht insbesondere die Unterschiede bei der Pflicht zur Quellcode-Offenlegung, was für die kommerzielle Nutzung und proprietäre Softwareentwicklung entscheidend ist:

MerkmalGPL (v2 / v3)AGPL (v3)PostgreSQL-Lizenz
LizenztypStrenges Copyleft („viraler Effekt“)Strenges Copyleft („viraler Effekt“)Permissiv (freizügig)
Quellcode-Offenlegung bei Vertrieb/WeitergabeJa. Werden abgeleitete Werke (oder Kombinationen) vertrieben, muss der gesamte Quellcode unter der GPL offengelegt werdenJa. Wie bei der GPL muss der Quellcode bei Weitergabe offengelegt werdenNein. Es gibt keine Pflicht zur Offenlegung des eigenen Quellcodes
Quellcode-Offenlegung bei Netzwerk- / SaaS-Nutzung (ASP)Nein. Solange die Software nur über ein Netzwerk bereitgestellt wird (ohne Kopien an den Client zu senden), muss der Quellcode nicht offengelegt werdenJa. Die AGPL schließt das sogenannte „ASP-Schlupfloch“. Nutzer, die über ein Netzwerk mit der Software interagieren, müssen Zugang zum Quellcode erhaltenNein. Weder bei Weitergabe noch bei Netzwerknutzung muss Quellcode offengelegt werden
Kombination mit proprietärer Software (Business-Vorteil)Nicht erlaubt/Risikoreich. Proprietäre Systeme dürfen GPL-Code nicht integrieren, ohne selbst vollständig unter die GPL gestellt zu werden (Offenlegungspflicht)Nicht erlaubt/Risikoreich. Analog zur GPL, aber mit noch strikteren Auflagen bei reiner NetzwerknutzungErlaubt. Die Software darf für jeden Zweck (auch kommerziell) ohne Lizenzgebühren und ohne schriftlichen Vertrag genutzt, kopiert, modifiziert und vertrieben werden

 

Der entscheidende Business-Vorteil der PostgreSQL-Lizenz

Wie die Tabelle zeigt, liegt der größte Unterschied im Umgang mit abgeleiteten Werken und der Integration in proprietäre Software.

Die GPL und AGPL sind starke Copyleft-Lizenzen. Das bedeutet: Wenn Sie Software (wie beispielsweise eine Datenbank unter GPL) in Ihre eigene Software integrieren und diese kombinierte Lösung vertreiben, greift der „virale Effekt“. Ihre eigene Software wird rechtlich als erweitertes Werk der GPL-Software betrachtet und muss zwingend ebenfalls unter der GPL (mitsamt offen gelegtem Quellcode) veröffentlicht werden. Die AGPL geht sogar noch weiter und verlangt die Quellcode-Herausgabe bereits dann, wenn Sie die modifizierte Datenbank lediglich als Service (SaaS/Cloud) über ein Netzwerk anbieten.

Die PostgreSQL-Lizenz hingegen ist eine sehr freizügige Lizenz (ähnlich wie MIT oder BSD). Sie gewährt ausdrücklich die Erlaubnis, die Software und deren Dokumentation für jeden Zweck zu nutzen, zu kopieren, zu modifizieren und zu vertreiben, ohne dass dafür Gebühren anfallen oder ein schriftlicher Vertrag nötig wäre. Die einzige Bedingung ist, dass der Copyright-Vermerk sowie die beiden Absätze zum Haftungsausschluss in allen Kopien enthalten bleiben. Für ein Unternehmen bedeutet dies einen massiven geschäftlichen Vorteil: Sie können eine PostgreSQL-Datenbank problemlos in ein kommerzielles, geschlossenes (proprietäres) Softwareprodukt einbauen und dieses verkaufen, ohne jemals gezwungen zu sein, den Quellcode Ihres eigenen Produkts offenzulegen.

Bitte beachten Sie, dass diese Hinweise nur den Stand unserer Recherchen und keine Rechtsberatung darstellen. Für eine konkrete Einschätzung einer speziellen Anwendung empfehlen wir, individuelle Rechtsberatung für den jeweiligen Fall und mit Bezug zum jeweiligen Rechtsraum zu suchen.

Was müssen Sie bei der kommerziellen PostgreSQL-Nutzung beachten?

Bei der kommerziellen PostgreSQL-Nutzung sollten Sie grundlegende Compliance-Regeln befolgen, um rechtliche Sicherheit zu gewährleisten. Dokumentieren Sie die PostgreSQL-Nutzung in Ihrem Projekt, bewahren Sie Urheberrechtshinweise auf und etablieren Sie interne Richtlinien für den Umgang mit Open-Source-Komponenten.

Praktische Leitlinien für die rechtssichere Nutzung umfassen: Führen Sie eine Software-Inventarliste mit allen verwendeten Open-Source-Komponenten, stellen Sie sicher, dass Entwicklungsteams über Lizenzbestimmungen informiert sind, und bewahren Sie alle relevanten Lizenztexte und Urheberrechtshinweise in einem zentralen Repository auf.

Zur Risikominimierung empfiehlt sich professioneller Support, besonders bei geschäftskritischen Anwendungen. Regelmäßige Updates und Sicherheitspatches sollten eingeplant werden. Professioneller PostgreSQL-Support kann dabei helfen, sowohl technische als auch rechtliche Aspekte optimal zu handhaben und die Vorteile der freien Lizenz voll auszuschöpfen. Für eine rechtliche Bewertung der Lizenzsituation sprechen Sie bitte mit Ihrem Anwalt.

Haftung

Mit der PostgreSQL Lizenz geht auch ein Haftungsausschluss (Warranty Disclaimer) einher. Die Software steht. so wie sie ist („AS IS“) zur Verfügung. Ein Rückgriff im Falle eines Fehlers auf die Autoren oder das Projekt ist damit aus unserer Sicht im Wesentlichen ausgeschlossen. Daher sollte man im geschäftlichen Umfeld immer den PostgreSQL-Betrieb durch einen qualifizierten Dienstleister wie beispielsweise das PostgreSQL Competence Center der credativ GmbH absichern. Je nach Compliance-Anforderungen kann dies sogar zwingend erforderlich sein.

Wie credativ® bei PostgreSQL-Implementierung unterstützt

credativ® bietet als ISO 9001 und ISO 27001 zertifiziertes Dienstleistungsunternehmen umfassende Beratung und Unterstützung bei der optimalen Nutzung von PostgreSQL. Unser Expertenteam hilft Ihnen dabei, die Vorteile der PostgreSQL-Lizenz voll auszuschöpfen und gleichzeitig alle Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

Unsere Leistungen umfassen:

  • Compliance-Beratung: Integration von PostgreSQL in Ihre kommerzielle Software
  • Technische Implementierung: Professionelle PostgreSQL-Installation und -Konfiguration
  • 24/7-Support: Kontinuierliche Betreuung Ihrer PostgreSQL-Umgebung
  • Migration und Updates: Sichere Datenübernahme und regelmäßige Aktualisierungen
  • Schulungen: Weiterbildung Ihrer Teams zu PostgreSQL-Best-Practices

Kontaktieren Sie uns noch heute für eine kostenlose Beratung und erfahren Sie, wie Sie PostgreSQL optimal und sicher in Ihrem Unternehmen einsetzen können.

Transparenzhinweis:

Oracle® und MySQL® sind Marken der Oracle Corp. MongoDB® ist eine Marke der MongoDB Inc. PostgreSQL® ist eine Marke der PostgreSQL Association, Kanada. Die Nennung der Marken dient ausschließlich der sachlichen Beschreibung von Migrationsszenarien und Dienstleistungen der credativ GmbH. Es besteht keine geschäftliche Verbindung zu den genannten Markeninhabern im Bezug auf die genannten Produkte.

PostgreSQL ist eine objektrelationale Open-Source-Datenbank, die seit 1986 entwickelt wird. Sie zeichnet sich durch ACID-Compliance, hohe Erweiterbarkeit und starke SQL-Unterstützung aus. Unternehmen schätzen PostgreSQL wegen seiner Zuverlässigkeit, Performance und Kostenfreiheit. Diese Anleitung beantwortet die wichtigsten Fragen zur Installation, Konfiguration und dem Einsatz von PostgreSQL im Unternehmensumfeld.

Was ist PostgreSQL und warum nutzen es so viele Unternehmen?

Slonik, the PostgreSQL mascot.

PostgreSQL ist ein objektrelationales Datenbankmanagementsystem, das als Open-Source-Software kostenlos verfügbar ist. Die Datenbank entstand aus dem POSTGRES-Projekt der University of California und wird seit 1986 kontinuierlich weiterentwickelt. PostgreSQL unterstützt sowohl relationale als auch nicht relationale Datenstrukturen und gilt als eine der fortschrittlichsten Open-Source-Datenbanken weltweit.

Die wichtigsten Merkmale von PostgreSQL umfassen ACID-Compliance für Transaktionssicherheit, Multi-Version Concurrency Control (MVCC) für gleichzeitige Zugriffe und umfassende SQL-Unterstützung. Die Datenbanksoftware bietet außerdem erweiterte Datentypen wie JSON, XML und Arrays sowie die Möglichkeit, eigene Funktionen und Datentypen zu definieren.

Unternehmen verschiedener Größen setzen auf PostgreSQL, weil es eine stabile und skalierbare Lösung für komplexe Anwendungen bietet. Die aktive Entwicklergemeinschaft sorgt für regelmäßige Updates und Sicherheitspatches. Zusätzlich ermöglicht die freie Lizenz den Einsatz ohne Lizenzkosten, was besonders für wachsende Unternehmen attraktiv ist.

Wie unterscheidet sich PostgreSQL von anderen Datenbanken wie MySQL?

PostgreSQL und MySQL unterscheiden sich in mehreren wichtigen Bereichen, wobei beide ihre spezifischen Stärken haben. PostgreSQL bietet erweiterte Datentypen wie JSON, JSONB, Arrays und geometrische Typen, während MySQL sich auf grundlegende SQL-Datentypen konzentriert. Bei komplexen Abfragen und Joins zeigt PostgreSQL oft eine bessere Performance, MySQL hingegen ist bei einfachen Leseoperationen häufig schneller.

Die Lizenzierung unterscheidet sich ebenfalls: PostgreSQL steht unter der PostgreSQL-Lizenz, die ähnlich der BSD-Lizenz sehr permissiv ist. MySQL verwendet eine duale Lizenzierung mit GPL für Open-Source-Projekte und kommerziellen Lizenzen für proprietäre Software. Dies kann bei der Entscheidung für kommerzielle Anwendungen relevant werden.

  • PostgreSQL eignet sich besonders für Anwendungen mit komplexen Datenstrukturen, analytischen Workloads und wenn strikte ACID-Compliance erforderlich ist. PostgreSQL unterstützt beispielsweise mit der Erweiterung PostGIS nativ Geo-Daten und Operationen auf geometrischen Strukturen.
  • MySQL wird oft für Webanwendungen, Content-Management-Systeme und Situationen gewählt, in denen einfache Konfiguration und hohe Leseperformance im Vordergrund stehen.

Beide Datenbanken haben starke Communities und professionellen Support verfügbar.

Welche Vorteile bietet PostgreSQL für Unternehmen?

PostgreSQL bietet Unternehmen erhebliche Kostenvorteile durch die Open-Source-Lizenz, da keine Lizenzgebühren anfallen. Dies ermöglicht es auch kleinen und mittleren Unternehmen, eine professionelle Datenbankinfrastruktur aufzubauen. Die eingesparten Lizenzkosten können in Hardware, Entwicklung oder professionellen Support investiert werden.

Die Sicherheitsstandards von PostgreSQL entsprechen Enterprise-Anforderungen mit Features wie Row-Level-Security, SSL-Verschlüsselung und umfassenden Authentifizierungsmöglichkeiten. Die Datenbank unterstützt verschiedene Compliance-Standards und bietet detaillierte Audit-Funktionen für regulierte Branchen.

PostgreSQL skaliert sowohl vertikal als auch horizontal und wächst mit den Anforderungen Ihres Unternehmens mit. Die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern verhindert Vendor-Lock-in und gibt Ihnen die Flexibilität, Support und Services von verschiedenen Anbietern zu beziehen. Die große Community und das offene Entwicklungsmodell sorgen für kontinuierliche Innovation und langfristige Verfügbarkeit.

Wie installiert und konfiguriert man PostgreSQL richtig? Einfaches Beispiel:

Die PostgreSQL-Installation erfolgt je nach Betriebssystem auf verschiedenen Wegen. Unter Ubuntu/Debian verwenden Sie beispielsweise den Befehl sudo apt-get install postgresql postgresql-contrib. Für Windows laden Sie den offiziellen Installer von postgresql.org herunter. macOS-Nutzer können PostgreSQL über Homebrew mit brew install postgresql installieren.

Nach der Installation müssen Sie den PostgreSQL-Dienst starten und einen Datenbankbenutzer anlegen. Unter Linux erfolgt dies mit sudo systemctl start postgresql und sudo -u postgres createuser --interactive. Die grundlegende Konfiguration erfolgt über die Dateien postgresql.conf für allgemeine Einstellungen und pg_hba.conf für die Authentifizierung.

Damit ist man auf den meisten Linux-Distributionen bereits sofort für einen Test einsatzbereit. Für anspruchsvollere Anwendungen sollte man natürlich weitere Überlegungen treffen, etwa, ob man sich auf die mit der jeweiligen Distribution gelieferten Pakete und Versionen verlassen möchte oder ob man sich auf die Pakete von PostgreSQL.org konzentriert. Auch gehören zu einem performanten Datenbankserver Überlegungen zum darunter liegenden Dateisystem sowie dessen Optimierung.

Für den produktiven Einsatz sollten Sie ferner wichtige Sicherheitseinstellungen vornehmen:

  • Ändern Sie das Standardpasswort des postgres-Benutzers, falls eines vergeben wurde
  • Konfigurieren Sie SSL-Verschlüsselung für Netzwerkverbindungen
  • Beschränken Sie Zugriffe über pg_hba.conf auf notwendige IP-Bereiche
  • Aktivieren Sie Logging für Audit-Zwecke
  • Richten Sie regelmäßige Backups ein

Wie credativ® bei PostgreSQL-Projekten unterstützt

credativ® bietet umfassenden PostgreSQL-Support für Unternehmen, die eine professionelle Betreuung ihrer Datenbankinfrastruktur benötigen. Unser Service umfasst 24/7-Support durch erfahrene PostgreSQL-Spezialisten, die bei kritischen Problemen sofort verfügbar sind. Sie erhalten direkten Zugang zu unserem deutschen Support-Team ohne Umwege über internationale Callcenter. Wir sind gerne für Sie da und unterstützen schon bei der Auswahl von Open-Source Tools.

Unsere PostgreSQL-Services im Detail:

  • Migration von anderen Datenbanksystemen zu PostgreSQL
  • Installationsberatung und Audit einer bestehenden Installation
  • Performance-Optimierung und Tuning bestehender Installationen
  • Hochverfügbarkeits-Setups mit Replikation und Clustering
  • Backup- und Recovery-Strategien für maximale Datensicherheit
  • Monitoring und proaktive Wartung Ihrer PostgreSQL-Umgebung
  • Long Term Support, der Ihnen Zeit gibt, die Upgrades abzuschließen.

Als PostgreSQL-Experten mit über 20 Jahren Erfahrung helfen wir Ihnen dabei, das volle Potenzial Ihrer Datenbank auszuschöpfen. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung zu Ihrem PostgreSQL-Projekt und erfahren Sie, wie wir Ihre Datenbankinfrastruktur optimieren können.