13 Mai 2026

Nordic PGDay 2026 im glücklichsten Land der Welt

Am 24. März hatte ich das Vergnügen, am Nordic PGDay 2026 teilzunehmen und dort zu sprechen. In diesem Jahr versammelte sich die PostgreSQL-Community im Scandic Park Hotel in Helsinki, Finnland, zur 11. Ausgabe der Konferenz. Die Veranstaltung war vollständig ausverkauft und wurde erstmals als Konferenz mit zwei parallelen Tracks organisiert.

Es gibt eine besondere Art von Magie beim Besuch Finnlands, einer Nation, die wiederholt als glücklichstes Land der Welt eingestuft wird. Vom Moment unserer Ankunft im Scandic Park Hotel an wurde deutlich, dass sich dieser Ruf auch auf die PostgreSQL-Community erstreckt. Die Gesamtatmosphäre war außergewöhnlich positiv, einladend und konstruktiv. Und die Magie begann bereits vor der Eröffnung der Konferenz. Am Abend vor der Veranstaltung bescherten uns die Helsinkier Himmel ein wunderschönes Schauspiel der Aurora Borealis – ein wahrhaft unvergesslicher Empfang und ein passender Auftakt zu dieser herausragenden Konferenz.

Mein Vortrag: Beyond work_mem Myths

Ich hatte das Privileg, credativ auf der Bühne mit meinem Vortrag Beyond work_mem Myths: A Source-Code-Guided Tour Through PostgreSQL Memory Usage zu vertreten. In dem Vortrag erläuterte ich, wie die PostgreSQL-Speicherverwaltung auf Verbindungsebene häufig missverstanden wird und wie work_mem als Soft Limit betrachtet werden sollte, das selbst bei scheinbar einfachen Operationen mehrfach überschritten werden kann. Anhand von Messungen auf Basis von Daten aus dem Linux-smaps-Kernel-Interface, die während der Ausführung verschiedener Abfragen erfasst wurden, demonstrierte ich, dass die von einem einzelnen Backend-Prozess verbrauchte Speichermenge deutlich höher sein kann als der konfigurierte und erwartete work_mem-Wert.

Highlights aus dem Programm

Das Programm war vollgepackt mit hochwertigen technischen Inhalten, die von operativen Herausforderungen im großen Maßstab bis hin zu aufkommenden KI-Anwendungsfällen reichten. Obwohl es schwierig war, zwischen den parallelen Tracks zu wählen, sind hier einige der Vorträge, die mir besonders aufgefallen sind.

  • Unlock AI Agents with PostgreSQL (Mats Berglin & Miguel Toscano): Im Zeitalter der KI-Agenten dienen Daten als Brücke zwischen generischen LLMs und einzigartigen, kontextbezogenen Erlebnissen. Der Vortrag erläuterte die Vektorsuche im großen Maßstab, insbesondere wie der ScaNN-Algorithmus eine starke Leistung bei geringerem Ressourcenaufwand liefern kann.
  • Efficiently approximating/estimating percentiles and histograms (Tomas Vondra): Tomas hielt eine hochgradig technische und aufschlussreiche Session über Approximationsalgorithmen. Es war ein exzellenter Deep Dive darüber, wie statistische Erkenntnisse effizient gewonnen werden können, ohne die Leistung erheblich zu beeinträchtigen.
  • Why Postgres Won (Gianni Ciolli): PostgreSQL ist heute aus einer Reihe von Gründen eine der gängigsten Optionen für transaktionale Workloads. Dieser Vortrag untersuchte mindestens einen dieser Gründe, indem er MVCC und VACUUM betrachtete – Themen, die innerhalb der PostgreSQL-Community häufig diskutiert werden.
  • A PostgreSQL Journey – What We Learned Migrating Between 3 Platforms (James McDonald & Nina Angelvik): Datenbankmigrationen drehen sich selten nur um das Verschieben von Daten. Die Referenten teilten ihre Erfahrungen aus zwei großen PostgreSQL-Migrationen innerhalb derselben Organisation. Jede Migration löste reale Probleme, legte aber auch neue Herausforderungen in Bezug auf Leistung, operative Praktiken, Entwicklerverhalten und organisatorische Prozesse offen.

Ausblick

Nordic PGDay 2026 war eine exzellente Konferenz. Zwischen den atemberaubenden Nordlichtern, der einladenden Atmosphäre, der makellosen Organisation und dem hohen Niveau der technischen Diskussionen war es eine Veranstaltung, die ich so schnell nicht vergessen werde. Ich freue mich bereits darauf, die Community beim Nordic PGDay 2027 wiederzutreffen.

Alle Fotos (c) Nordic PGDay Organisatoren

Kategorien: PostgreSQL® Veranstaltungen

JM

über den Autor

Josef Machytka


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