15 Juni 2026

Wie funktioniert Kubernetes-Pod-Security-Standards?

Kubernetes Pod Security Standards sind ein integriertes Sicherheitsframework, das drei vordefinierte Profile (Privileged, Baseline und Restricted) bereitstellt, um die Sicherheitskonfiguration von Pods in Kubernetes-Clustern zu standardisieren und durchzusetzen. Diese Standards ersetzen die veralteten Pod Security Policies und bieten eine einfachere, konsistentere Methode zur Implementierung von Container-Sicherheitsrichtlinien.

Fehlende Pod-Sicherheitsrichtlinien gefährden Ihre gesamte Cluster-Infrastruktur

Ohne klar definierte Pod Security Standards können Container mit übermäßigen Berechtigungen ausgeführt werden, was Angreifern ermöglicht, aus Containern auszubrechen und auf das Host-System zuzugreifen. Dies kann zu Datenverlust, Systemkompromittierung und Compliance-Verstößen führen. Implementieren Sie Pod Security Standards systematisch in allen Namespaces, um diese Risiken zu minimieren und eine konsistente Sicherheitslage zu gewährleisten.

Uneinheitliche Sicherheitskonfigurationen erschweren die Compliance-Überwachung

Unterschiedliche Sicherheitseinstellungen zwischen Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen schaffen Verwirrung und erhöhen das Risiko von Sicherheitslücken. Teams verlieren den Überblick über angewandte Sicherheitsrichtlinien, was Audits erschwert und Compliance-Anforderungen gefährdet. Etablieren Sie einheitliche Pod Security Standard Profile für alle Umgebungen, um Transparenz zu schaffen und Sicherheitsrichtlinien zentral zu verwalten.

Was sind Kubernetes Pod Security Standards?

Kubernetes Pod Security Standards sind ein standardisiertes Framework zur Definition und Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien für Pods. Sie bestehen aus drei vordefinierten Profilen (Privileged, Baseline, Restricted), die unterschiedliche Sicherheitsniveaus bieten und über den Pod Security Admission Controller durchgesetzt werden.

Diese Standards wurden als Nachfolger der Pod Security Policies entwickelt und bieten eine vereinfachte, aber dennoch umfassende Methode zur Sicherung von Container-Workloads. Jedes Profil definiert spezifische Sicherheitskontrollen, die automatisch auf Pods angewendet werden, ohne dass komplexe benutzerdefinierte Richtlinien erstellt werden müssen.

Die Pod Security Standards werden auf Namespace-Ebene angewendet und können in drei Modi betrieben werden: enforce (blockiert nicht konforme Pods), audit (protokolliert Verstöße) und warn (zeigt Warnungen an). Diese Flexibilität ermöglicht eine schrittweise Einführung und Anpassung an verschiedene Sicherheitsanforderungen.

Wie funktionieren die drei Pod Security Standard Profile?

Die drei Pod Security Standard Profile bieten gestufte Sicherheitsniveaus: Privileged erlaubt alle Konfigurationen, Baseline blockiert bekannte Sicherheitsrisiken, und Restricted implementiert strenge Sicherheitskontrollen nach dem Principle of Least Privilege.

Das Privileged-Profil stellt die lockerste Sicherheitsstufe dar und erlaubt alle Pod-Konfigurationen ohne Einschränkungen. Es entspricht dem Verhalten ohne Pod Security Standards und wird typischerweise für System-Pods oder spezielle Infrastruktur-Workloads verwendet, die erweiterte Berechtigungen benötigen.

Das Baseline-Profil verhindert bekannte Privilege-Escalation-Angriffe und blockiert die gefährlichsten Sicherheitskonfigurationen. Es verbietet privilegierte Container, Host-Namespaces, Host-Netzwerke und gefährliche Volume-Typen. Dieses Profil eignet sich für die meisten Standard-Anwendungen und bietet einen guten Kompromiss zwischen Sicherheit und Funktionalität.

Das Restricted-Profil implementiert die strengsten Sicherheitskontrollen und folgt aktuellen Pod-Hardening-Best-Practices. Es erfordert, dass Container als Non-Root-User laufen, verbietet Privilege-Escalation, setzt strenge seccomp-Profile und erlaubt nur minimale Volume-Typen. Dieses Profil maximiert die Sicherheit, kann aber Kompatibilitätsprobleme mit bestimmten Anwendungen verursachen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Pod Security Policies und Pod Security Standards?

Pod Security Standards ersetzen die veralteten Pod Security Policies durch ein einfacheres, standardisiertes System mit vordefinierten Profilen statt benutzerdefinierten YAML-Konfigurationen. Sie werden über Labels gesteuert und bieten bessere Benutzerfreundlichkeit sowie konsistente Sicherheitsrichtlinien.

Pod Security Policies (PSPs) waren komplex zu konfigurieren und erforderten detaillierte YAML-Definitionen für jede Sicherheitsrichtlinie. Sie verwendeten RBAC-Bindungen zur Zuordnung von Policies zu Service Accounts, was oft zu Verwirrung und Fehlkonfigurationen führte. PSPs wurden in Kubernetes 1.21 als deprecated markiert und in Version 1.25 vollständig entfernt.

Pod Security Standards vereinfachen diesen Prozess erheblich durch die Verwendung von drei vordefinierten Profilen, die über einfache Namespace-Labels gesteuert werden. Anstatt komplexe YAML-Dateien zu erstellen, fügen Administratoren lediglich Labels wie pod-security.kubernetes.io/enforce=baseline zu Namespaces hinzu. Diese Vereinfachung reduziert Konfigurationsfehler und macht Sicherheitsrichtlinien transparenter.

Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt in der Durchsetzung: Während PSPs über den PodSecurityPolicy Admission Controller funktionierten, nutzen Pod Security Standards den integrierten Pod Security Admission Controller, der standardmäßig in Kubernetes verfügbar ist und keine zusätzliche Konfiguration erfordert.

Wie implementiert man Pod Security Standards in einem Kubernetes-Cluster?

Pod Security Standards werden durch das Hinzufügen spezifischer Labels zu Namespaces implementiert. Die drei verfügbaren Modi sind enforce (blockiert Verstöße), audit (protokolliert Verstöße) und warn (zeigt Warnungen), die einzeln oder kombiniert verwendet werden können.

Zunächst muss der Pod Security Admission Controller aktiviert sein, was in den meisten modernen Kubernetes-Distributionen standardmäßig der Fall ist. Überprüfen Sie dies in der API-Server-Konfiguration unter dem –enable-admission-plugins Parameter.

Die Implementierung erfolgt durch das Setzen von Labels auf Namespace-Ebene:

  1. Erstellen Sie einen Namespace mit Pod Security Standards: Verwenden Sie kubectl label namespace mein-namespace pod-security.kubernetes.io/enforce=baseline
  2. Konfigurieren Sie mehrere Modi gleichzeitig: Kombinieren Sie enforce, audit und warn für umfassende Kontrolle
  3. Definieren Sie Versionen: Spezifizieren Sie Kubernetes-Versionen mit Labels wie pod-security.kubernetes.io/enforce-version=v1.26
  4. Testen Sie schrittweise: Beginnen Sie mit dem warn-Modus, wechseln Sie zu audit und implementieren Sie schließlich enforce

Für eine clusterweite Implementierung können Sie Pod Security Standards auch über AdmissionConfiguration-Dateien konfigurieren, die beim Start des API-Servers geladen werden. Dies ermöglicht die Definition von Standard-Profilen für alle neuen Namespaces.

Welche häufigen Probleme treten bei Pod Security Standards auf?

Die häufigsten Probleme bei Pod Security Standards sind Anwendungskompatibilität mit dem Restricted-Profil, fehlende Security Contexts in bestehenden Pod-Definitionen und unzureichende Planung bei der Migration von Pod Security Policies.

Viele Legacy-Anwendungen sind nicht für das Restricted-Profil ausgelegt, da sie als Root-User laufen oder erweiterte Berechtigungen benötigen. Dies führt zu Pod-Startfehlern und erfordert Anpassungen der Container-Images oder Security Contexts. Häufig müssen runAsNonRoot: true und allowPrivilegeEscalation: false in den Pod-Spezifikationen ergänzt werden.

Ein weiteres Problem entsteht bei der unvollständigen Migration von Pod Security Policies. Teams vergessen oft, bestehende PSP-Konfigurationen zu entfernen oder übersehen Abhängigkeiten zwischen Service Accounts und Policies. Dies kann zu inkonsistentem Verhalten und Sicherheitslücken führen.

Namespace-übergreifende Konfigurationsfehler treten auf, wenn unterschiedliche Teams verschiedene Pod Security Standard Profile verwenden, ohne die Auswirkungen auf geteilte Ressourcen zu berücksichtigen. Etablieren Sie klare Richtlinien für Profile-Zuordnungen und dokumentieren Sie Ausnahmen für spezielle Workloads, die erweiterte Berechtigungen benötigen.

Wie credativ® bei Kubernetes-Sicherheit unterstützt

Wir unterstützen Sie bei der sicheren Implementierung und Verwaltung von Kubernetes-Clustern mit umfassender Expertise in Container-Sicherheit und Pod Security Standards. Unser Team hilft Ihnen dabei, eine robuste Sicherheitsarchitektur aufzubauen, die Ihre Compliance-Anforderungen erfüllt und gleichzeitig die Entwicklungsproduktivität gewährleistet.

Unsere Kubernetes-Services umfassen:

  • Bewertung und Migration bestehender Pod Security Policies zu Pod Security Standards
  • Implementierung maßgeschneiderter Sicherheitsprofile für verschiedene Anwendungstypen
  • 24/7 Support für Kubernetes-Umgebungen mit proaktiver Sicherheitsüberwachung
  • Schulungen für Ihre Teams zu Kubernetes-Sicherheit und Best Practices
  • Continuous Security Assessments und Compliance-Audits

Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung zu Ihrer Kubernetes-Sicherheitsstrategie und erfahren Sie, wie wir Ihre Container-Infrastruktur optimal absichern können.

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über den Autor

Peter Dreuw

Head of Sales & Marketing

zur Person

Peter Dreuw arbeitet seit 2016 für die credativ GmbH und ist seit 2017 Teamleiter. Seit 2021 ist er Teil des Management-Teams als VP Services der Instaclustr. Mit der Übernahme durch die NetApp wurde seine neue Rolle "Senior Manager Open Source Professional Services". Im Rahmen der Ausgründung wurde er Mitglied der Geschäftsleitung als Prokurist. Sein Aufgabenfeld ist die Leitung des Vertriebs und des Marketings. Er ist Linux-Nutzer der ersten Stunden und betreibt Linux-Systeme seit Kernel 0.97. Trotz umfangreicher Erfahrung im operativen Bereich ist er leidenschaftlicher Softwareentwickler und kennt sich auch mit hardwarenahen Systemen gut aus.

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