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Mit der Einführung von Open Source in der Unternehmens-IT beginnt man am besten mit einer strukturierten Bestandsaufnahme der eigenen IT-Landschaft, gefolgt von der gezielten Auswahl geeigneter Open-Source-Projekte für konkrete Anwendungsfälle. Der Einstieg gelingt am nachhaltigsten, wenn er schrittweise erfolgt und von Anfang an auf digitale Souveränität ausgerichtet ist, also auf die Fähigkeit, technologische Entscheidungen unabhängig von einzelnen Herstellern treffen zu können. Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, den Weg von der ersten Überlegung bis zum stabilen Betrieb zu strukturieren.
Für den Unternehmenseinsatz eignen sich Open-Source-Projekte, die über eine aktive Community, regelmäßige Sicherheitsupdates und eine nachgewiesene Stabilität im Produktivbetrieb verfügen. Bekannte Beispiele sind das Betriebssystem Debian Linux® für Server-Infrastrukturen sowie PostgreSQL® als leistungsstarke Datenbanklösung. Beide Projekte werden weltweit in unternehmenskritischen Umgebungen eingesetzt und gelten als besonders zuverlässig.
Bei der Auswahl sollten Sie auf folgende Kriterien achten:
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die strategische Bedeutung des Projekts für Ihre IT-Infrastruktur. Projekte, die zentrale Funktionen wie Datenbankmanagement, Betriebssysteme oder Netzwerkinfrastruktur abdecken, sollten besonders sorgfältig ausgewählt werden, da ein Wechsel später mit erheblichem Aufwand verbunden ist.
Die Risikobewertung beim Einsatz von Open-Source-Software umfasst vier Kernbereiche: Sicherheitsrisiken, Supportverfügbarkeit, Lizenzkomplexität und die interne Betriebskompetenz. Ein strukturierter Risikoansatz bewertet jedes dieser Felder separat und leitet daraus konkrete Maßnahmen ab, bevor die Software produktiv eingesetzt wird.
Sicherheitsrisiken lassen sich durch die konsequente Nutzung von Long-Term-Support-Versionen (LTS) und die Einbindung automatisierter Patch-Prozesse deutlich reduzieren. Die Community vieler etablierter Open-Source-Projekte reagiert auf bekannte Sicherheitslücken oft schneller als proprietäre Hersteller, da Schwachstellen öffentlich diskutiert und behoben werden.
Das Risiko fehlender interner Kompetenz ist hingegen ein häufig unterschätzter Faktor. Wenn ein Unternehmen eine neue Open-Source-Lösung einführt, ohne das notwendige Know-how intern aufzubauen oder extern zu sichern, entstehen operative Abhängigkeiten, die langfristig teuer werden können. Dieses Risiko lässt sich durch Schulungen, klare Verantwortlichkeiten und die Einbindung externer Spezialisten gezielt adressieren.
Eine strukturierte Open-Source-Einführung folgt einem klar definierten Prozess: Bestandsaufnahme, Zieldefinition, Pilotprojekt, schrittweise Migration und abschließende Stabilisierung des Betriebs. Dieser Ansatz minimiert Risiken und schafft intern Vertrauen in die neue Technologie, bevor sie unternehmensweite Bedeutung erlangt.
Die wichtigsten Schritte im Überblick:
Besonders der Schritt der Zieldefinition ist entscheidend. Unternehmen, die Open Source primär als Kostensparmaßnahme betrachten, ohne die strategischen Vorteile wie Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern zu berücksichtigen, schöpfen das Potenzial selten vollständig aus.
Professioneller Open-Source-Support wird notwendig, sobald Open-Source-Systeme eine unternehmenskritische Funktion übernehmen und Ausfälle direkte Auswirkungen auf Geschäftsprozesse hätten. Das gilt insbesondere für Datenbankserver, Betriebssysteme produktiver Server-Infrastrukturen und alle Systeme, bei denen eine schnelle Reaktionszeit im Fehlerfall erforderlich ist.
Viele Unternehmen unterschätzen diesen Bedarf in der Anfangsphase. Solange Open-Source-Software nur in Testumgebungen läuft, genügt oft die Community-Dokumentation. Sobald jedoch Produktivsysteme betroffen sind, ändert sich die Situation grundlegend. Typische Anzeichen dafür, dass professioneller Support sinnvoll ist:
Informieren Sie sich über die Möglichkeiten eines professionellen Open-Source-Supports, bevor kritische Systeme in Betrieb gehen, nicht erst dann, wenn ein Problem aufgetreten ist.
Die Einführung von Open-Source-Software ist in der Regel kosteneffizienter als der Einsatz proprietärer Lösungen, weil Lizenzkosten entfallen oder deutlich geringer ausfallen. Allerdings entstehen andere Kostenarten, insbesondere für Implementierung, Schulung, individuelles Customizing und laufenden Support, die bei einer realistischen Gesamtkostenbetrachtung berücksichtigt werden müssen.
Eine ehrliche Kostenanalyse unterscheidet zwischen zwei Phasen:
Hier fallen Aufwände für die initiale Einrichtung, die Migration vorhandener Daten und Systeme sowie die Schulung der IT-Teams an. Diese Kosten sind einmalig, können aber je nach Komplexität der Umgebung erheblich sein.
Im Betrieb entstehen Kosten für Wartung, Updates, Monitoring und gegebenenfalls externen Support. Da keine Lizenzgebühren anfallen, sind die laufenden Kosten bei vielen Open-Source-Projekten langfristig günstiger. Gleichzeitig entfällt die Abhängigkeit von Preisanpassungen einzelner Hersteller, was Planungssicherheit schafft und Vendor Lock-in vermeidet.
Unternehmen, die digitale Souveränität Open Source als strategisches Ziel verfolgen, bewerten den Nutzen nicht allein anhand direkter Kosteneinsparungen, sondern auch anhand der gewonnenen Unabhängigkeit und Flexibilität in ihrer IT-Planung.
Den langfristigen Betrieb von Open-Source-Systemen sichert man durch eine Kombination aus strukturiertem Patch-Management, klaren internen Verantwortlichkeiten, regelmäßigen Backups und der Einbindung von Spezialisten für kritische Systemkomponenten. Ohne diese Maßnahmen können auch stabile Open-Source-Projekte im Unternehmensumfeld zu einem operativen Risiko werden.
Bewährte Maßnahmen für einen stabilen Langzeitbetrieb sind:
Langfristige digitale Souveränität entsteht nicht allein durch die Entscheidung für Open Source, sondern durch den konsequenten Aufbau von Kompetenz und Prozessen rund um diese Systeme. Unternehmen, die diesen Aufbau von Beginn an strukturiert angehen, profitieren dauerhaft von einer IT-Infrastruktur, die sie wirklich kontrollieren und weiterentwickeln können. Ein Überblick über relevante Open-Source-Dienstleistungen hilft Ihnen dabei, die richtigen Partner für diesen Weg zu finden.
credativ® begleitet Unternehmen seit 1999 bei der Einführung und dem Betrieb von Open-Source-Software, von der ersten Beratung bis zum laufenden 24/7-Support. Als herstellerunabhängiges Unternehmen mit festangestellten Spezialisten bieten wir direkten Zugang zu tiefem Fachwissen ohne Umwege über ein Callcenter.
Konkret unterstützen wir Sie bei:
Möchten Sie den Einstieg in Open Source strukturiert angehen und dabei von erfahrenen Spezialisten begleitet werden? Kontaktieren Sie uns und sprechen Sie mit unseren Experten über Ihre individuelle Situation.
Transparenzhinweis: Debian Linux® ist eine Marke des Debian-Projekts. PostgreSQL® ist eine Marke der PostgreSQL Community Association of Canada. Die Nennung dient ausschließlich der sachlichen Beschreibung von Dienstleistungen von credativ®. Es besteht keine geschäftliche Verbindung zu den genannten Markeninhabern, sofern nicht explizit anders angegeben.
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über den Autor
Head of Sales & Marketing
zur Person
Peter Dreuw arbeitet seit 2016 für die credativ GmbH und ist seit 2017 Teamleiter. Seit 2021 ist er Teil des Management-Teams als VP Services der Instaclustr. Mit der Übernahme durch die NetApp wurde seine neue Rolle "Senior Manager Open Source Professional Services". Im Rahmen der Ausgründung wurde er Mitglied der Geschäftsleitung als Prokurist. Sein Aufgabenfeld ist die Leitung des Vertriebs und des Marketings. Er ist Linux-Nutzer der ersten Stunden und betreibt Linux-Systeme seit Kernel 0.97. Trotz umfangreicher Erfahrung im operativen Bereich ist er leidenschaftlicher Softwareentwickler und kennt sich auch mit hardwarenahen Systemen gut aus.
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