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Der Horizontal Pod Autoscaler (HPA) skaliert die Anzahl der Pods basierend auf CPU- oder Speicherverbrauch, während der Vertical Pod Autoscaler (VPA) die Ressourcenzuteilung einzelner Pods anpasst. HPA erhöht oder verringert die Pod-Anzahl, VPA verändert die CPU- und Memory-Limits bestehender Pods. Beide Autoscaler arbeiten mit unterschiedlichen Skalierungsstrategien für verschiedene Anwendungsszenarien.
Viele Unternehmen verwenden ausschließlich den Horizontal Pod Autoscaler und verschwenden dabei erhebliche Ressourcen. Wenn Sie nur horizontal skalieren, erstellen Sie bei geringfügigen Lastspitzen unnötig neue Pods, obwohl eine Erhöhung der bestehenden Pod-Ressourcen ausreichen würde. Dies führt zu überdimensionierten Clustern und höheren Kosten. Analysieren Sie Ihre Anwendungscharakteristika: Stateful Services und Datenbanken profitieren oft mehr von vertikaler Skalierung, während stateless Webanwendungen horizontal skaliert werden sollten.
Unterdimensionierte Pods führen zu Performance-Problemen und Ausfällen, selbst wenn genügend Cluster-Kapazität vorhanden ist. Ihre Anwendungen laufen langsam oder stürzen ab, obwohl der Kubernetes-Cluster noch freie Ressourcen hat. Der Vertical Pod Autoscaler löst dieses Problem durch automatische Anpassung der CPU- und Memory-Requests basierend auf dem tatsächlichen Verbrauch. Implementieren Sie VPA für Workloads mit schwankenden Ressourcenanforderungen, um optimale Performance bei effizienter Ressourcennutzung zu gewährleisten.
Der HPA verändert die Anzahl der Pod-Replikas, während der VPA die Ressourcenzuteilung einzelner Pods anpasst. HPA skaliert horizontal durch Hinzufügen oder Entfernen von Pods, VPA skaliert vertikal durch Änderung der CPU- und Memory-Limits bestehender Pods.
Diese unterschiedlichen Ansätze eignen sich für verschiedene Skalierungsszenarien. Der Horizontal Pod Autoscaler ist ideal für stateless Anwendungen, die durch Parallelisierung profitieren. Wenn Ihre Webanwendung mehr Anfragen erhält, erstellt HPA zusätzliche Pod-Instanzen zur Lastverteilung.
Der Vertical Pod Autoscaler hingegen optimiert die Ressourcenallokation einzelner Pods. Er analysiert den tatsächlichen CPU- und Memory-Verbrauch und passt die Ressourcen-Requests und -Limits entsprechend an. Dies ist besonders nützlich für Anwendungen mit variablen Ressourcenanforderungen oder wenn Sie die optimale Pod-Dimensionierung ermitteln möchten.
Der HPA überwacht kontinuierlich Metriken wie CPU- oder Memory-Verbrauch und erstellt oder löscht Pod-Replikas basierend auf konfigurierten Schwellenwerten. Er arbeitet mit Deployments, ReplicaSets oder StatefulSets und nutzt die Kubernetes Metrics API für Entscheidungen.
Der Skalierungsprozess erfolgt in regelmäßigen Intervallen, standardmäßig alle 15 Sekunden für Metrikabfragen und alle 3 Minuten für Skalierungsentscheidungen. Der HPA berechnet die gewünschte Anzahl von Replikas basierend auf der Formel: gewünschte Replikas = aktuelle Replikas × (aktuelle Metrik / gewünschte Metrik).
Zur Konfiguration definieren Sie Mindest- und Höchstwerte für Replikas sowie die Zielmetriken. Der HPA unterstützt verschiedene Metriktypen: Ressourcen-Metriken (CPU, Memory), Pod-Metriken und externe Metriken von Monitoring-Systemen. Stabilisierungsfenster verhindern zu häufige Skalierungsaktionen und sorgen für gleichmäßige Performance.
Der VPA analysiert die historische Ressourcennutzung und passt CPU- und Memory-Requests sowie -Limits von Pods automatisch an. Er skaliert die Ressourcenallokation einzelner Container basierend auf tatsächlichem Verbrauch und Empfehlungen des VPA-Recommenders.
Der VPA besteht aus drei Komponenten: dem Recommender, der Nutzungsdaten sammelt und Empfehlungen generiert, dem Updater, der entscheidet, wann Pods aktualisiert werden müssen, und dem Admission Controller, der neue Pods mit empfohlenen Ressourcenwerten erstellt.
Der VPA kann in verschiedenen Modi arbeiten. Im „Auto“-Modus werden Pods automatisch neu gestartet, wenn Ressourcenanpassungen erforderlich sind. Der „Initial“-Modus setzt nur Ressourcenwerte bei der Pod-Erstellung, während der „Off“-Modus nur Empfehlungen generiert, ohne automatische Änderungen. Der VPA berücksichtigt sowohl untere Grenzen für minimale Ressourcen als auch obere Grenzen zur Kostenkontrolle.
Verwenden Sie HPA für stateless Anwendungen mit schwankender Last, die durch Parallelisierung profitieren. VPA eignet sich für stateful Services, Batch-Jobs oder Anwendungen mit unvorhersagbaren Ressourcenanforderungen, bei denen vertikale Skalierung effizienter ist als horizontale Replikation.
Der HPA ist die richtige Wahl für Webanwendungen, APIs und Microservices, die viele gleichzeitige Anfragen verarbeiten. Diese Workloads profitieren von zusätzlichen Pod-Instanzen zur Lastverteilung. Besonders bei Traffic-Spitzen können Sie durch horizontale Skalierung die Antwortzeiten niedrig halten.
Der VPA eignet sich für Datenbanken, Machine Learning-Workloads, Monitoring-Systeme und Legacy-Anwendungen, die nicht für horizontale Skalierung ausgelegt sind. Wenn Ihre Anwendung große Datenmengen im Speicher hält oder CPU-intensive Berechnungen durchführt, optimiert VPA die Ressourcenzuteilung effizienter als das Erstellen zusätzlicher Pods.
Berücksichtigen Sie auch die Anwendungsarchitektur: Session-basierte Anwendungen ohne Session-Sharing profitieren mehr von VPA, während vollständig stateless Services ideal für HPA sind. Bei unklaren Ressourcenanforderungen neuer Anwendungen hilft VPA dabei, die optimale Pod-Dimensionierung zu ermitteln.
HPA und VPA können nicht gleichzeitig auf dieselben Ressourcen-Metriken (CPU/Memory) angewendet werden, da sie sich gegenseitig beeinflussen würden. Sie können jedoch kombiniert werden, wenn HPA auf custom metrics und VPA auf Ressourcen-Metriken basiert.
Die gleichzeitige Nutzung beider Autoscaler auf CPU- oder Memory-Metriken führt zu Konflikten. Wenn VPA die Ressourcenzuteilung eines Pods erhöht, kann dies die CPU-Auslastung verändern und den HPA zu unerwünschten Skalierungsaktionen veranlassen. Diese Interferenz kann zu instabilen Skalierungszyklen führen.
Eine sichere Kombination ist möglich, wenn Sie HPA auf externe oder custom metrics konfigurieren, beispielsweise Warteschlangenlänge, Antwortzeiten oder geschäftsspezifische Metriken. Gleichzeitig kann VPA die Ressourcenallokation basierend auf CPU- und Memory-Verbrauch optimieren. Diese Konfiguration erfordert sorgfältige Planung und Überwachung.
Alternativ können Sie eine zeitbasierte Strategie implementieren: Nutzen Sie VPA zur initialen Ressourcenoptimierung und wechseln Sie dann zu HPA für die laufende Lastanpassung. Einige Organisationen verwenden auch unterschiedliche Autoscaler für verschiedene Anwendungskomponenten innerhalb desselben Kubernetes-Clusters.
Wir helfen Ihnen dabei, die optimale Autoscaling-Strategie für Ihre Kubernetes-Umgebung zu entwickeln und zu implementieren. Unsere Spezialisten analysieren Ihre Workloads und konfigurieren HPA und VPA entsprechend Ihren spezifischen Anforderungen.
Unsere Kubernetes-Services umfassen:
Profitieren Sie von unserem langjährigen Know-how im Bereich Open Source-Technologien und lassen Sie uns gemeinsam eine effiziente und kostenoptimierte Kubernetes-Umgebung für Ihr Unternehmen entwickeln. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung zu Ihren Kubernetes Autoscaling-Anforderungen.
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über den Autor
Head of Sales & Marketing
zur Person
Peter Dreuw arbeitet seit 2016 für die credativ GmbH und ist seit 2017 Teamleiter. Seit 2021 ist er Teil des Management-Teams als VP Services der Instaclustr. Mit der Übernahme durch die NetApp wurde seine neue Rolle "Senior Manager Open Source Professional Services". Im Rahmen der Ausgründung wurde er Mitglied der Geschäftsleitung als Prokurist. Sein Aufgabenfeld ist die Leitung des Vertriebs und des Marketings. Er ist Linux-Nutzer der ersten Stunden und betreibt Linux-Systeme seit Kernel 0.97. Trotz umfangreicher Erfahrung im operativen Bereich ist er leidenschaftlicher Softwareentwickler und kennt sich auch mit hardwarenahen Systemen gut aus.
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