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Digitale Souveränität bedeutet für die öffentliche Verwaltung die Fähigkeit, IT-Systeme, Daten und digitale Prozesse eigenständig zu kontrollieren, zu betreiben und weiterzuentwickeln, ohne von einzelnen Anbietern abhängig zu sein. Sie ist eine strategische Grundvoraussetzung für handlungsfähige Behörden in einer zunehmend vernetzten Welt. Die folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Fragen rund um IT-Souveränität, Vendor Lock-in und den Weg zur digitalen Unabhängigkeit.
Digitale Souveränität verlangt von Behörden, dass sie jederzeit Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur, ihre Daten und ihre Software besitzen. Das bedeutet konkret: Systeme müssen ohne Zustimmung externer Anbieter angepasst, geprüft und im Notfall abgelöst werden können. Gleichzeitig müssen Daten in klar definierten, rechtssicheren Umgebungen verarbeitet werden.
In der Praxis leiten sich daraus mehrere Anforderungen ab:
Diese Anforderungen gelten nicht nur für Bundesbehörden, sondern ebenso für Kommunen, Landesbehörden und öffentliche Einrichtungen jeder Größe.
Behörden verlieren ihre digitale Souveränität vor allem durch Vendor Lock-in: Sie werden so tief in proprietäre Systeme eines einzelnen Anbieters eingebunden, dass ein Wechsel technisch aufwendig, finanziell riskant oder faktisch unmöglich wird. Dieser Zustand entsteht selten durch eine bewusste Entscheidung, sondern schleichend über Jahre hinweg.
Typische Ursachen sind:
Das Ergebnis: Behörden können auf veränderte Anforderungen, Sicherheitslücken oder politische Vorgaben nur langsam reagieren, weil sie an Systeme gebunden sind, die sie nicht vollständig kontrollieren.
Open Source Software ist ein zentrales Werkzeug zur Stärkung der digitalen Souveränität, weil sie Behörden volle Einsicht in den Quellcode gibt und den Betrieb ohne Herstellerabhängigkeit ermöglicht. Kein einzelner Anbieter kann den Zugang zur Software entziehen, Lizenzbedingungen einseitig ändern oder Funktionen hinter Paywalls sperren.
Die konkreten Vorteile für die öffentliche Verwaltung sind weitreichend. Open-Source-Lösungen basieren in der Regel auf offenen Standards, was die Interoperabilität zwischen Systemen deutlich vereinfacht. Behörden können Software an ihre spezifischen Anforderungen anpassen, ohne auf die Roadmap eines Herstellers warten zu müssen. Sicherheitslücken lassen sich schneller schließen, weil der Code von einer globalen Entwicklercommunity geprüft wird.
Beispiele wie das Betriebssystem Debian Linux® oder die Datenbank PostgreSQL® zeigen, dass Open-Source-Lösungen längst in unternehmenskritischen und behördlichen Umgebungen eingesetzt werden. Sie bieten Stabilität, Langlebigkeit und eine aktive Community, die kontinuierliche Weiterentwicklung sicherstellt. Wer mehr über den professionellen Betrieb solcher Systeme erfahren möchte, findet beim Open Source Support einen verlässlichen Einstiegspunkt.
Digitale Souveränität und Datenschutz sind verwandte, aber unterschiedliche Konzepte. Datenschutz regelt, wie personenbezogene Daten erhoben, gespeichert und verarbeitet werden dürfen. Digitale Souveränität geht weiter: Sie beschreibt die generelle Kontrollfähigkeit über IT-Systeme, unabhängig davon, ob personenbezogene Daten im Spiel sind oder nicht.
Datenschutz, insbesondere die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), definiert klare Pflichten im Umgang mit personenbezogenen Daten. Er ist primär ein rechtliches Instrument und schützt die Rechte von Bürgerinnen und Bürgern gegenüber staatlichen und privaten Stellen.
Digitale Souveränität hingegen ist ein strategisches Konzept. Sie beschreibt die Fähigkeit einer Behörde, ihre technologische Infrastruktur eigenständig zu gestalten und zu steuern. Eine Behörde kann datenschutzkonform handeln und trotzdem in einem Vendor-Lock-in gefangen sein. Umgekehrt bietet digitale Souveränität die strukturellen Voraussetzungen, Datenschutzziele dauerhaft und zuverlässig umzusetzen, weil die Kontrolle über die Systeme intern liegt.
Digitale Unabhängigkeit lässt sich nicht über Nacht herstellen, aber sie kann systematisch und in überschaubaren Schritten aufgebaut werden. Der Schlüssel liegt in einer klaren Bestandsaufnahme, einer priorisierten Migrationsstrategie und dem gezielten Aufbau internen Know-hows.
Ein bewährter Ansatz umfasst folgende Phasen:
Dieser schrittweise Ansatz reduziert das Risiko von Betriebsunterbrechungen und ermöglicht es Behörden, aus eigenen Erfahrungen zu lernen, bevor sie größere Migrationsprojekte angehen.
Auf europäischer Ebene gibt es mehrere Initiativen, die digitale Souveränität aktiv fördern und Behörden dabei unterstützen, Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern zu reduzieren. Sie schaffen gemeinsame Standards, fördern Open-Source-Projekte und stärken die technologische Eigenständigkeit der öffentlichen Verwaltung.
Zu den wichtigsten Initiativen zählen:
Diese Initiativen zeigen, dass digitale Souveränität kein nationales Einzelprojekt ist, sondern eine gesamteuropäische Aufgabe, die koordiniertes Handeln erfordert.
Wir bei credativ® begleiten öffentliche Einrichtungen und Unternehmen seit 1999 dabei, Open-Source-Systeme professionell einzuführen und dauerhaft sicher zu betreiben. Unabhängig von einzelnen Herstellern bieten wir technische Expertise, die direkt zu mehr digitaler Souveränität beiträgt.
Konkret unterstützen wir Sie bei:
Wenn Sie den nächsten Schritt in Richtung digitale Souveränität gehen möchten, kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches Erstgespräch.
Transparenzhinweis: Debian Linux® ist eine Marke von Software in the Public Interest, Inc. PostgreSQL® ist eine Marke der PostgreSQL Community Association of Canada. credativ® ist Competence Center für PostgreSQL®. Die Nennung dient ausschließlich der sachlichen Beschreibung von Dienstleistungen von credativ®. Es besteht keine geschäftliche Verbindung zu den übrigen genannten Markeninhabern.
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über den Autor
Head of Sales & Marketing
zur Person
Peter Dreuw arbeitet seit 2016 für die credativ GmbH und ist seit 2017 Teamleiter. Seit 2021 ist er Teil des Management-Teams als VP Services der Instaclustr. Mit der Übernahme durch die NetApp wurde seine neue Rolle "Senior Manager Open Source Professional Services". Im Rahmen der Ausgründung wurde er Mitglied der Geschäftsleitung als Prokurist. Sein Aufgabenfeld ist die Leitung des Vertriebs und des Marketings. Er ist Linux-Nutzer der ersten Stunden und betreibt Linux-Systeme seit Kernel 0.97. Trotz umfangreicher Erfahrung im operativen Bereich ist er leidenschaftlicher Softwareentwickler und kennt sich auch mit hardwarenahen Systemen gut aus.
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