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Digitale Souveränität ist ohne Open Source Software zwar theoretisch vorstellbar, in der Praxis jedoch kaum erreichbar. Wer wirklich unabhängig von einzelnen Herstellern agieren möchte, kommt an offenen Standards und frei verfügbarem Quellcode nicht vorbei. Die folgenden Fragen zeigen, warum das so ist und wie Unternehmen den Weg zur digitalen Unabhängigkeit konkret gestalten können.
Digitale Souveränität bedeutet für Unternehmen die Fähigkeit, selbst zu entscheiden, welche Technologien sie einsetzen, wie ihre Daten verarbeitet werden und von welchen Anbietern sie abhängig sind. Es geht darum, die Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur zu behalten, ohne durch Lizenzmodelle, proprietäre Schnittstellen oder externe Preispolitik eingeschränkt zu werden.
In der Praxis umfasst digitale Souveränität mehrere Dimensionen. Erstens die technische Kontrolle: Unternehmen sollten verstehen, wie ihre Software funktioniert, und in der Lage sein, Anpassungen vorzunehmen oder Anbieter zu wechseln. Zweitens die Datensouveränität: Sensible Unternehmensdaten müssen unter der eigenen Hoheit bleiben, insbesondere im Hinblick auf Datenschutzanforderungen wie die DSGVO. Drittens die strategische Unabhängigkeit: Entscheidungen über Technologie-Upgrades, Migrationen oder neue Systeme sollen vom Unternehmen selbst getroffen werden, nicht durch Herstellerzwänge.
Für mittelständische Unternehmen in Deutschland ist digitale Souveränität kein abstraktes Konzept, sondern eine konkrete Anforderung an Resilienz und Planungssicherheit in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft.
Proprietäre Softwarelösungen schränken die IT-Souveränität ein, weil sie Unternehmen in ein Abhängigkeitsverhältnis zum jeweiligen Hersteller bringen, das als Vendor Lock-in bezeichnet wird. Wer einmal auf eine proprietäre Plattform gesetzt hat, kann Preiserhöhungen, Lizenzänderungen oder Produktabkündigungen oft nicht kurzfristig entgehen.
Die Mechanismen des Vendor Lock-in sind vielfältig. Proprietäre Dateiformate machen den Datenaustausch mit anderen Systemen schwierig. Herstellerspezifische APIs und Schnittstellen binden Entwicklungen an eine einzige Plattform. Langfristige Lizenzverträge schränken die Flexibilität ein, und der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist mit hohen Migrationskosten und Risiken verbunden.
Besonders kritisch wird es, wenn ein Hersteller sein Lizenzmodell ändert oder ein Produkt einstellt. In solchen Situationen haben Unternehmen mit proprietären Lösungen kaum Handlungsspielraum. Sie müssen entweder den neuen Konditionen zustimmen oder eine aufwendige Migration durchführen, die sie nicht geplant haben. Genau hier zeigt sich, wie stark Vendor Lock-in die strategische Handlungsfähigkeit eines Unternehmens beeinträchtigen kann.
Open Source Software trägt zur digitalen Unabhängigkeit bei, weil der Quellcode öffentlich zugänglich ist, von jedem eingesehen, verändert und weitergegeben werden darf. Unternehmen sind damit nicht an einen einzigen Hersteller gebunden und können Lösungen selbst anpassen, von verschiedenen Dienstleistern betreiben lassen oder bei Bedarf migrieren.
Die Vorteile für die digitale Souveränität sind konkret:
Digitale Souveränität und Open Source sind deshalb so eng miteinander verknüpft, weil Unabhängigkeit technologisch nur dann real ist, wenn Unternehmen Einblick in die Systeme haben, auf die sie sich verlassen. Das ist bei proprietärer Software strukturell nicht möglich.
Für eine souveräne IT-Infrastruktur sind vor allem jene Open-Source-Projekte relevant, die zentrale Aufgaben wie Betriebssystem, Datenbankverwaltung, Virtualisierung und Netzwerksicherheit übernehmen. Diese Projekte sind produktionsreif, werden aktiv weiterentwickelt und werden weltweit in Unternehmensumgebungen eingesetzt.
Zu den besonders bedeutsamen Projekten gehören:
Die Auswahl der richtigen Projekte hängt vom jeweiligen Einsatzszenario ab. Entscheidend ist, dass die gewählten Lösungen aktiv gepflegt werden, eine große Community haben und professioneller Open-Source-Support verfügbar ist.
Open Source Software lässt sich professionell im Unternehmen betreiben, indem klare Verantwortlichkeiten definiert werden, qualifiziertes Personal oder externe Spezialisten eingebunden werden und ein strukturiertes Support- und Patch-Management etabliert wird. Der Mythos, dass Open Source zwingend höheren internen Aufwand bedeutet, ist nicht zutreffend, wenn die richtigen Partner eingebunden sind.
Für einen professionellen Betrieb empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen:
Viele Unternehmen entscheiden sich dafür, den Betrieb komplexer Open-Source-Systeme an spezialisierte Dienstleister auszulagern, die direkten Zugang zu Experten bieten und keinen Umweg über ein Callcenter erfordern.
Ja, digitale Souveränität ist auch ohne den vollständigen Verzicht auf proprietäre Software erreichbar, allerdings nur in eingeschränktem Maß. Entscheidend ist, dass strategisch kritische Bereiche der IT-Infrastruktur, also Betriebssysteme, Datenbanken und Kernanwendungen, auf offenen und kontrollierbaren Technologien basieren.
Ein realistischer Ansatz für viele Unternehmen ist ein hybrider Weg: Open Source dort, wo Kontrolle und Unabhängigkeit besonders wichtig sind, und proprietäre Lösungen in Bereichen, in denen der Wechselaufwand hoch und das Risiko eines Lock-ins überschaubar ist. Wichtig ist dabei, bewusste Entscheidungen zu treffen und nicht unreflektiert in Abhängigkeiten zu geraten.
Die Frage ist letztlich nicht, ob ein Unternehmen zu 100 Prozent auf Open Source setzt, sondern ob es die Kontrolle über seine kritischen Systeme und Daten behält. Digitale Souveränität ist ein Ziel, das schrittweise erreicht werden kann, und jeder Schritt in Richtung offener Technologien erhöht die Handlungsfähigkeit und Resilienz des Unternehmens.
Wir bei credativ® begleiten Unternehmen seit 1999 dabei, Open Source Software professionell einzusetzen und echte digitale Unabhängigkeit zu erreichen. Als herstellerunabhängiges Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen bieten wir direkten Zugang zu erfahrenen Spezialisten, ohne Umwege über ein Callcenter.
Unser Angebot umfasst unter anderem:
Alle unsere technischen Spezialisten sind festangestellt und arbeiten aus unserem Open Source Support Center in Deutschland. Wir unterstützen Sie auf Wunsch auf Deutsch oder Englisch, national wie international. Wenn Sie prüfen möchten, wie Sie Ihre digitale Souveränität konkret stärken können, kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch.
Transparenzhinweis: Debian® ist eine Marke der Software in the Public Interest, Inc. PostgreSQL® ist eine Marke der PostgreSQL Community Association of Canada. Proxmox® ist eine Marke der Proxmox Server Solutions GmbH. credativ® ist autorisierter Reseller für Proxmox und Competence Center für PostgreSQL. Die Nennung weiterer Marken dient ausschließlich der sachlichen Beschreibung von Technologien und Dienstleistungen von credativ®. Es besteht keine darüber hinausgehende geschäftliche Verbindung zu den genannten Markeninhabern.
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über den Autor
Head of Sales & Marketing
zur Person
Peter Dreuw arbeitet seit 2016 für die credativ GmbH und ist seit 2017 Teamleiter. Seit 2021 ist er Teil des Management-Teams als VP Services der Instaclustr. Mit der Übernahme durch die NetApp wurde seine neue Rolle "Senior Manager Open Source Professional Services". Im Rahmen der Ausgründung wurde er Mitglied der Geschäftsleitung als Prokurist. Sein Aufgabenfeld ist die Leitung des Vertriebs und des Marketings. Er ist Linux-Nutzer der ersten Stunden und betreibt Linux-Systeme seit Kernel 0.97. Trotz umfangreicher Erfahrung im operativen Bereich ist er leidenschaftlicher Softwareentwickler und kennt sich auch mit hardwarenahen Systemen gut aus.
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